Es ist die erste Reise an die bretonische Küste nach den beiden Touren im Jahr davor. Die erste Tour nach meinem Experiment im Vorjahr, wobei ich erprobte, wie ich mit einer Fernwanderung mit vielen Etappen organisatorisch und körperlich klarkomme.
Auch wenn es nur kurze erste Etappen waren, der Herbst und Winter folgend waren ein Mix aus Zufriedenheit und Wohlfühlen dieser Erlebnisse, es war aber auch hart und schmerzhaft, bis zum frühen Sommer zu warten, um endlich mit dem Fernbus unterwegs zu sein, um dann gezielt meinen bunten Weg weiterzugehen. Ich ertappte mich mit Tränen in den Augen, als ich Bilder sah, Musik aus der Zeit hörte und nie wusste, ob es wirklich klappen wird mit dem weitergehen. Der Glauben kam erst, als ich glücklich in Leverkusen in den Bus nach Paris einstieg.
Mit der langen Anfahrt von Leverkusen über Paris hatte sich nicht viel verändert. Die Gewohnheiten waren die gleichen, es änderte sich lediglich das Fahrziel. Nachdem es im Vorjahr beide Male über Rennes nach Saint-Malo und Dinard ging, fuhr ich bei der nun dritten Tour mit dem Reisebus weiter bis nach Saint-Brieuc.
Ich entschloss mich nach der langen Anreise dazu, den Bus nach Pleneuf, beziehungsweise Le Val Andre zu nehmen. Im Internet konnte ich erkennen, das es dort einen geöffneten Platz zum übernachten gab.
Mit mir stieg eine Seniorin in den Bus ein, und nach einer kurzen Wartezeit ging es los in Richtung Küste, von der ich noch nicht wusste, was mich dort am Abend erwarten würde. Von der Innenstadt ging es in Richtung Stadtautobahn, und weiter zu den in den Randbezirken gelegenen großen Einkaufs- und Industriegebieten. Danach wurden Stück für Stück die kleinen Ortschaften angefahren, bis dann endlich das Ziel erreicht war.
Ich kam in Val Andre an. Trotz der Strandnähe führte der Busweg auf und ab, rechts und links, schlicht schwer definierbar, wo ich an welcher Haltestelle mit meinem Ziel Campingplatz aussteigen musste. Eine Kleinstadt am Meer, wo bis auf die Straßen am Strand alle anderen kurvenreich zwischen den Wohnviertel auf und ab gingen. Als eine Kirche mit Vorplatz erkennbar war, stand die in Saint-Brieuc mit eingestiegene ältere Frau auf und blickte zu mir und gab ein Zeichen. Auch Sie müssen hier aussteigen, wenn Sie zum Campingplatz möchten, deutete sie. Ich verstand recht schnell und war der alten Dame sehr dankbar, das sie in der Großstadt beim Gespräch mit dem Busfahrer zuhörte und sich an mein Ziel nun erinnerte.
Ich war übermüdet, sehr hungrig und nicht mehr ganz fit, ich lief Kreise, bergauf, bergab in dieser kleinen Stadt, da alles mit den vielen kleinen Ferien- und Wohnhäusern gleich aussah. Zum guten Schluss landete ich auf einer erhöhten Bergwiese, wo ich aber umkehren musste, da diese bezüglich Zäunen und Mauern abgesperrt war. Meine Karte zeigte die richtige Richtung an, aber eben nicht die richtigen und passenden Wege. Und spätestens während des stetigen verlaufen, bergauf, bergab merkte ich, mein Rucksack war viel zu schwer beladen. Warum hatte ich wieder mal den Fehler gemacht, zu viel einzupacken? Spät kam ich nach einer heftigen Ortsbegehung endlich am Campingplatz an. Ein mehr oder weniger familiärer Platz auf dem Hof einer Familie samt ihren Wohnhaus. Mitten im Ort. Zum falschen Zeitpunkt, weil leider auch ohne irgendwelche essbaren Angebote. Zumindest das kalte Bier aus dem Kühlschrank hätte ich für 4,-€ kaufen können. Für den Moment ein zu teures Luxusgut für meine erste Nacht, worauf ich verzichtete.
Fix und schnell hatte ich das Zelt aufgebaut, sah das ein oder andere Wohnmobil auf weiteren Parzellen und ging so schnell es ging in Richtung Strand und der Promenade, um noch ein wenig Strandfeeling, aber auch um eine Möglichkeit zum Essen zu finden. Erstes ging gut, für letzteres war ich leider zu spät dran.








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