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| Chemin de la Pointe de Pleneùf |
Der
Campingplatz war recht einfach gestrickt, was man unter anderem auch
beim benutzen der sanitären Anlagen merkte. Einfaches Niveau, was
aber vollkommen ausreichte. Beim Anblick des Gelände samt Gebäude
hatte ich den Eindruck, das die Familie einen eigenen
Hof zu einem Campingplatz für und Reisende mit Zelt, Wohnmobile\wagen umfunktionierte. Den
Kaffee durfte ich mir für kleines Geld aus der Kaffeemaschine an der
Theke nehmen und so setzte ich mich unter dem Vorbau zum Frühstück.
Mein erstes Frühstück seit langem in französischer Umgebung. Der
Morgen begrüßte mich bunt mit Sonnenschein, blauen Himmel und den
auf dem Gelände stehenden blühenden Sträuchern. Ich merkte, das mir das in den vergangenen kühlen Wochen total fehlte. In Erinnerung geblieben war mir vom Vorjahr so vieles, wie die Farben, Düfte und die im Hintergrund zu hörenden Unterhaltungen von ruhigen und gelassenen Franzosen. Nach etwa acht Monaten Unterbrechung erlebte ich wieder dieses Gänsehautgefühl. Ich war wie schon mal erlebt an einem neuen Ort in einer mir unbekannten Region. Und doch fühlte ich mich heimisch, auch bedingt durch die eben genannten Eigenschaften. Auch wenn es zum Beginn einer Tour, zum Beginn eines neuen Tag Ängste gab, da ich nie wusste, was mich unterwegs und am Ziel erwartete, ich fühlte mich wohl, was mir immer wieder Mut machte. Und trotz Fehlen der Sprachkenntnisse, die Freundlichkeit der Menschen gaben mir Geborgenheit für den Fall, falls ich irgendwann Hilfe gebraucht hätte. Ich war froh über meinen Mut und der Entscheidung, das ich nach der ersten langen Pause dieser Tour weiter begehen wollte. Warum? Weil ich neugierig bin, weil ich immer wissen möchte, was hinter dem bereits Erlebten auf mich wartet. Eigenschaften, die ich seit meiner Kindheit kenne. Mich machte es traurig, wenn mein Papa gewisse Orte aus Zeitgründen nicht anfahren konnte. Berge, die ich sah, wollte ich besteigen, um zu sehen was dahinter zu entdecken war. Auch wenn es manchmal auf dem langen Zöllnerpfad dauert, mir würde etwas fehlen, wenn ich landschaftliche Veränderungen auf der Strecke nicht mehr zu Fuß wahrnehmen dürfte.
Ich
sondierte während des Kaffee trinken meine örtliche Lage und
versuchte die weitere Strecke zu planen. Mit Hilfe des Internets
merkte ich, das ich die nächsten Etappen komplett zu Fuß und ohne
Hilfe der sonst gewohnten Busfahrten abends zurück zum Campingplatz, absolvieren musste. So musste ich
von Camping-Platz zu Camping-Platz mit meinem Gepäck wandern, und mein weiterer
Verbleib auf dem Platz war somit Geschichte. Auf der Karte erkannte ich, das die nächsten
Campingplätze bei Erqui sein würden. Ungewissheit herrschte darüber, welche Einkaufsmöglichkeiten mich
dort am Sonntag erwarten würden. Dazu ein mit zu vielen Materialien bepackter
und zu tragender Rucksack, mein weiteres Handycap.
Recht
schnell hatte ich alles zusammengepackt und meine Übernachtung
bezahlt. Es ging zum Hauptstrand, wo ich am Vorabend
nach der späten Ankunft noch Möglichkeiten zum Essen suchte. Mein
Grinsen war schnell da, als ich wieder am Casino vorbei kam, aufs
Meer schaute, und an der Strandpromenade Zelte sah. Dort stellten
verschiedene Künstler ihre Werke aus. Natürlich ließ ich es mir
nicht nehmen, Zelt für Zelt zu besichtigen, um dann in Richtung
Hafen meinen Weg zu finden. Blauer
Himmel, ein geiles Wetter, Kunsteinflüsse die ich gerne mitnahm, so
begann mein erster Wandertag.
"Chemin de las Pointe de Pleneuf", so hieß der Wanderparkplatz, wo meine erste kurze Rast anstand, um Blicke in Richtung "Ilet de Verdelet" zu genießen. Eine kleine Insel, ein Vormittag, wobei sich das Wasser zurückzog, und Fischer mit ihren langen Angeln weit nach vorne gingen. Ich legte mein Rucksack auf eine der Bänke ab und kletterte zwischen den naheliegenden Felsen, um meine ersten Jakobsmuscheln zu sichern und mitzunehmen. Die weitere Umrundung war wegen Felsabbruch nicht machbar, so das ich den kurzen Höhenweg nutzte, um das kleine Cap zu umgehen. Die Mühe lohnte sich trotz der ersten Schweißperlen, denn dort oben hatte ich einen weiten Blick auf den schon benannten Bereich und den kommenden Küstenabschnitt in Richtung Norden. Der Pfad führte mich auf die Höhe durch dichtes Grün zu meinem ersten GEO-Cach auf der jetzigen Tour. Von dort hatte ich über viele Kilometer den Strand nach Erqui im Blick. Das anziehen des Sweet-Shirt war nun nötig, denn hier wehte ein kräftiger Wind, der trotz der warmen Sonnenstrahlen unangenehm war. Meine Freude war groß wegen des weiten Blicks meiner noch zu laufenden Strecke, soviel Grün am Weg entlang, darunter weite sandige Strände und das blaue Meer mit seinen vielen Bewegungen.
Das Cap Erqui, mein nächstes Ziel war in weiter Ferne erkennbar, es sah von dort oben recht weit bis dahin aus. Der Weg führte hinunter, wo ich die Entscheidung traf, mich vom üblichen Weg zu lösen und weiter am breiten Strand entlang zu gehen. Eine fast beigefarbene Sandfläche, die ich unendlich weit wie eine Wüste empfand. Starke Winde wirbelten schon mal den Sand hoch, kleine Inseln mit Felsen wechselten sich ab, und mit schnellen Tempo fahrende Strandsegler tauchten auf und fuhren wieder davon, bis sie in der Ferne nur noch als kleine Punkte auszumachen waren. Ja, die Strecke zog sich, das Gepäck auf dem Rücken erschwerte in der Mittagssonne manchmal mein weiter gehen. Ob Strandgeher, Strandtouristen, spielende Akteure, die Figuren wurden langsam in Richtung Erqui mit jedem weiteren Schritt größer, und trotzdem, es zog sich bis dorthin wie Kaugummi. Beim Betrachten der Karte war ich schon recht nahe bei der Stadt, und doch, die letzten Meter zur asphaltierten Straßen zogen sich immer noch sehr. Ein hier vermeintlich verpasster Campingplatz wäre zur Erleichterung das Ende der Tagestour gewesen, doch leider erkannte ich diesen nicht. Es war mein erster Wandertag, mein Körper musste sich wieder an lange Strecken gewöhnen. Den Luxus wie bei Saint-Malo, wo ich im Vorsommer fast jede Strecke wegen fahrender Busse ohne Gepäck ging, hatte ich diesmal nicht.
Ich kam zum Stadtkern, es ging auf und ab, etwas entfernt erkannte ich eine kleine Bucht mit Hafen und kleinen angelegten Booten. Dahinter musste laut Karte das erhöhte Cap Erqui mit vielen Aussichtspunkten sein. Schon etwas schlapp wollte ich einfach nur einen der auf der Karte gekennzeichneten Zeltplätze daneben finden, was sich aber als schwer erwies. Denn zu sehr fixierte ich mich darauf eine Bäckerei zu finden, anstatt den üblichen Wanderzeichen zu folgen.
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| Der Küstenweg zum Cap Erqui |
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| "Ilet de Verdelet" |


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