GR34meinbunterWeg
Tour mit
Begleitung, Teil 2 mit Nina
Die
später folgenden Tage mit Nina waren ähnlich organisiert, Anreise
über „Paris“, dann in „Saint-Qay-Portrieux“ zelten und
zumindest einen vollen Wandertag unterwegs sein, allerdings mit einem
Tag mehr zwecks Aufenthalt. Wir reisten über „Rennes“ nach
„Saint-Brieuc“, und von dort aus mit dem Linienbus nach
„Saint-Quay-Portieux“.
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| Blick auf den Felsen, wo jeder Tag mit Blick in die Ferne beendet wurde |
Ich
versprach einen hervorragenden Campingplatz, den ich im Internet
fand, und der von der Optik her wie eine Terrasse direkt am Meer
angelegt war. Mehr wusste ich nicht, bis auf die Tatsache, das wir
zumindest eine volle Etappe entlang der höchsten bretonischen
Küstenbereiche gehen würden. Auch an diesen Tagen war es sehr heiß,
und wie bei der Fahrt mit Julia wurde ich auf den letzten Metern im
Bus und Zug wieder nervös.
Sobald
ich die bretonische Gegend erreiche, fühle ich mich heimisch, und
wollte wieder mit den Finger zeigend immer und überall einen Hinweis
geben, wo ich schon war, und was ich dort erlebte. Allein als es mit
dem Bus durch „Saint-Brieuc“ ging, bekam ich Wehmut
bezüglich der Erinnerungen meines dreitägigen Aufenthalt vor
Pfingsten dort. Denn ich war wieder dort, wo ich meinen Abschluss
einer besonderen Tour fand. Dort in dieser für mich bunten Großstadt
mit vielen freundlichen Bewohnern und der alljährlich stattfindenden
Musikveranstaltung, dem ART-Rock Festival. Im Bus sitzend und hinaus schauend bemerkte ich, wie sich meine Augen mit Wasser füllten. Straßenzüge, Gebäude erinnerten mich sofort an das ereignisreiche Wochenende. Den Tränen vor Freude sehr nahe musste ich binnen einiger Minuten noch einmal begreifen, was ich seit Beginn dieser Wandertour erlebte, was ich organisierte und vor allem für mich tat. Ein wenig Traurigkeit war in den Minuten mit vorhanden, denn ich fragte mich, warum es erst so spät in meinem Leben dazu kam, das ich so zufrieden war.
Es war eine Zeit im
Frühsommer, wo mir immer mehr bezüglich der vielen Ereignisse und
Ansichten an der Küste die Überschrift von
meinem bunten Weg im Inneren erschien, dementsprechend blieb es
fortlaufend für mich der „GR34meinbunterWeg“.
Nach
einer Busfahrt vorbei an Badeorten der „Baie de Saint-Brieuc“ ging es ungefähr noch zwanzig Minuten zu Fuß ab der Bushaltestelle, bis wir
den Campingplatz erreichten. Und es machte wieder einmal „Bäng“.
Wir durchliefen für kurze Zeit ein kleines Villenviertel, und vor uns
war ein interessant gut aussehender Campingplatz Besitzer, der uns
mit freundlichen Charme über den Platz begleitete, und den für
Zeltfreunde vorgesehenen Platz vorstellte. Begleitende Hinweise
nahmen wir in von ihm gut ausgesprochenen deutschen Sätzen entgegen.
Dazu waren wir sehr beeindruckt bezüglich der Kulisse neben dem
Platz. Das weite offene Meer mit phantastischen Ausblick, direkt von
der Zeltkante aus, wobei unter uns weitere Etagen an Wiesenflächen
wie eine Terrasse für weitere Camper vorhanden waren.
Bei
der Einweisung unserer uns zustehenden Fläche wies Nina um nicht
Missverständnisse aufkommen zu lassen direkt darauf hin, das sie
separat in ihrem mittransportierten Zelt schlafen würde, wobei er
ein leichtes Schmunzeln dazu ablieferte. Einfach
charmant dieser Mann, wie auch seine Familie vor Ort, was wir an
folgenden Tagen immer wieder erleben durften.
Es
ging weiter mit dem Einkauf in einem nahen Supermarche und weiteren
Gesprächen mit dem Hausherrn. Denn an der Rezeption gab es an jeden
Abend zu gleicher Zeit herrlich angerichtete Pommes-Frites, die seine
Frau goldig braun und gut gesalzen anbot. Auf Bestellung, was wir in
folgenden Tagen auch nutzten wurden in einem dafür vorgesehenen
Grill Brathähnchen angeboten. Diese mit angenehmen Kräutern gefüllt
und gewürzt waren kaum mit unseren heimischen Hähnchen
vergleichbar. Denn sie waren weitaus größer, und dies war auch auf
vielen Märkten ebenso.
Vor
der Rezeption und der kleinen Küche gab es eine kleine Bank mit
Blick auf das Schwimmbecken für Gäste. Dort von der langen
Anreise und dem Einrichten mit einem kühlen Getränk zur verdienten
Ruhe gekommen, klopfte mir Nina auf die Schulter und stellte leise
eine Frage ohne das es jemand hören sollte, die ich so nun auch
nicht erwartet hätte, da ich seit vielen Touren mit dem angenehmen
Verhalten vieler Franzosen und Bretonen vertraut war:
„Was
ist denn hier los ist, was ist mit den Menschen, warum sind die hier so
anders? - und vor allem immer wieder, und warum?“
Seit
„Paris“, seit dem Aufenthalt in „Rennes“, "Saint-Brieuc“
und nun dort hatte sie das Empfinden, das sie bislang fast nur freundliche
und lachende Menschen antraf.
„Ich
verstehe das nicht, das ist so neu für mich, ...ich kenne zu Hause
im Alltagsleben fast nur Menschen mit langen Gesichtern, mit
dauernd meckernden Verhalten“, aber das was sie nun dort direkt
am ersten Tag erlebte, das war schier unglaublich für sie.
Wieder
konnte ich glücklich sein, einer von zu Hause vertrauten Person mein
mittlerweile gewohntes Bild und Verhalten der dort lebenden Menschen
zu teilen.
Meer,
überall Meer wo wir an diesem Ort so nah dran waren. Das erste kühle blonde Gesöff war
leer, wo wir danach den Einstieg zu den Klippen mit breiten Blick
aufs Meer suchten. Auch wenn wir diesen nicht sofort fanden, halb so
schlimm, dementsprechend lernten wir etwas mehr die anderen Flächen
des Campingplatz kennen. Es ging an einem kleinen Tor raus auf den
Fuß- und Wanderweg, wo wir dann in aller Kompaktheit alles zusammen
genießen konnten. Es war dort auf schmalen Pfaden ein Stück des GR34, bis wir weit über den mächtigen Felsen Blicke aufs Meer in
Richtung Norden samt Sonnenuntergang sehen konnten. Zur anderen Seite um die dortigen Kurve die Bucht von „Saint-Qay-Portieux“ und in
der Ferne die Küstenlinie zum „Cap Frehel“. Wieder überkam mich Stolz und eine Gänsehaut.
Es war eine landschaftliche Linie zu erkennen, wo ich vor wenigen Wochen noch unterwegs war, schwer bepackt mit meinem Rucksack und immer mit dem gefühlten Druck einer zu schaffenden Tagesetappe.
Wouw,
ein Stück Natur in so geballter Form rundherum war schon angenehm
und heftig zugleich. Neben im Gras bunt blühenden kleinen Pflanzen gab es
kleine Felsen, auf denen man sich setzen konnte, um alles überblicken
zu können. Auch wenn es in der folgenden Zeit der Dämmerung noch
das ein oder andere kurze Gespräch vom ersten Tag gab, es waren dann
die zeitlichen Räume, wo jeder für sich diesen Blick samt Farben
aufnahm, dazu die Geräuschkulisse und dem Leben der heftigen
Brandung an großen Felswänden.
Was
folgte, war der anstrengendste Tag in dieser knappen Woche. Als der
Führende und Planer der dortigen Tage musste ich am ersten Morgen
schon etwas Druck machen. Das fordern vom Wecker stellen wie auch
pünktliches fortkommen zum Linienbus war nötig, denn ein kompletter
Wandertag stand bevor, ohne zu wissen, was uns landschaftlich wie
auch vom gemeinsamen Tempo her erwarten würde. Und doch waren es
angenehme Momente beim ersten Frühstück, sitzend auf den Isomatten
zwischen unseren Zelten, und den direkten Blick auf das blaue
Wasser. Das mal wieder herzhafte erste französische Baguette
Traditionell, das rauschen des heiß werdenden Kaffeewassers auf dem
Gaskocher, sowie der Raum an Schatten, welchen wir von den
umliegenden Kieferbäumen noch für eine gewisse Zeit nutzen konnten,
all das brachte einen leichten Einstieg in den Tag.
Es
war soweit, mit leichten Gepäck inklusive Proviant und Wasser ging es am unteren Ausgang direkt am Wasser entlang zur Bushaltestelle am Kasino. Wir kamen an kleinen felsigen Buchten
vorbei, wo wegen Ebbe kaum Wasser zu sehen war. Am Hauptstrand
angekommen sah man schon erste Personen, die ebenfalls auf den Bus
nach „Paimpol“ warteten. Auch hier sei angedeutet, das es schon
ein wenig Pflicht ist, den geplanten Bus pünktlich zu nehmen, da es
zusätzlich bis auf Schulbusse kaum noch Möglichkeiten am Tag gab.
Wieder mal wie nach dem Vortag in „Saint-Brieuc“ schaute mich
Nina verdutzt an, als ich Fahrkarten kaufte und sie mir Geld reichen
wollte und ich dies erst einmal ablehnte und auf später verschob.
Nun, wie schon oft erwähnt, es sind in Frankreich keine Unsummen wie
in der Heimat. 2,- Euro, oder auch schon mal 2,50€, damit fährt
man in den Regionen weit übers Land, bis tief in die Städte hinein.
Irgendwann
kam an der Landstraße die für uns passende Haltestelle. Von der
ging es auf Asphalt an Wald und Wiese vorbei zum nächsten Badeort.
Dort, am „Plage de Brehec“ sollte es losgehen, eben in Richtung
„Saint-Quay-Portieux“ zu unserem Zeltplatz. Laut Routenplaner
waren zirka 16 Kilometer in einer Zeit von etwa 4 Stunden angegeben.
Bevor
ich mit der weiteren Erzählung weiter mache, muss ich zu Nina
folgendes bemerken und erklären. Wir kennen uns viele Jahre von
daheim mit vielen gemeinsamen Spaziergängen auf vielen verschiedenen
Wegen im Bergischen Land. Davon gibt es reichlich viel an Strecken
mit Begleitung ihrer Hunde. Nach Erzählungen und Bildansichten
fragte sie mich eines Tages nach dem Tod ihrer alten treuen Hündin
Any, ob ich es mir vorstellen könnte, das sie mich auf eine der
Touren in die Bretagne begleiten könnte. Zum einen als Programm
ihrer Trauerbewältigung in der damaligen Zeit, und um selbst einmal
Erkenntnisse des Touren im Ausland und auf Wanderstrecke zu sammeln.
Uns
war beiden grundsätzlich klar,
-das
sie zum ersten Mal eine Fernreise mit einem Reisebus über 20 Stunden
antrat,
-das
sie zum ersten Mal längere Zeit über Tage an der Küste zelten
würde,
-das
sie bis auf längere Spaziergänge noch keine längeren Wanderungen
tätigte, wie dort mit den recht hügeligen Etappen.
Es
kam viel zusammen, was sie zum ersten Mal probieren wollte, und die
Anfrage nahm ich ohne zögern an, da ich ihren Willen kannte.
Dementsprechend gab es auch problemlose Planungen ohne wirklich
übertriebene oder ängstliche Fragen. Für mich war es wiederum ein
weiteres Lehrstück nach der Mitnahme meiner Tochter, ein weiteres
Mal für zwei Personen zu planen, zu organisieren und Wege so zu
finden, die gemeinsam machbar sind. Gerne wollte ich meine bunte Welt
teilen und jemand weiteren aus der Heimat zeigen und vorstellen, aber
ich wollte es auch so gestalten, das die Person wieder zufrieden zu
Hause ankommt und mich nicht zum Teufel jagt, weil alles unangenehm
und zu anstrengend war.
Ausgestiegen
aus dem Bus ging es noch eben in die kleine Kirche „Saint Loup“
am Wegrand hinein. Eine wahrlich schöne und kleine Stätte mit alter Steinkunst. Am Strand von „Brehec“ nutzten wir
noch eben jeweils die Pinkelpause, und dann ging es hinauf per
steilen Weg und Treppe, um auf den gewünschten Wanderweg zu starten.
Während unter uns viele Menschen ihren Spaß am Strand hatten,
sollte für uns die mühselige Wanderung beginnen. Doch wo sollte es
weiter gehen nach dem Aufstieg? Rechts entlang gewiss nicht, doch
geradeaus oder links? Mir waren die Zeichen nicht klar und so fragte
ich mit englischen Wortbrocken eine uns entgegen kommende Frau mit
Kind an der Seite. Wir merkten ihre Verunsicherung, das sie auch
nicht mit den Wegdeutungen klarkam. Es dauerte, bis sie verstand, das
wir nach dem Einstieg des Zöllnerpfads suchten. Was folgte, war
Slapstick pur, denn als ich Nina auf Deutsch irgendetwas sagte, fing
die Frau an zu lachen und entschuldigte sich leicht schwäbisch, das
sie es mit ihren Deutschkenntnissen einfacher hätte zwecks antworten. Eine dort zugezogene auf dem Weg zum Strand.
Wir
probierten es mit einer Richtung aus und waren auch schon auf dem
richtigen Weg. Die dann zweite Bucht mit vielen felsigen
Möglichkeiten zum sitzen, nutzten wir für unsere erste Rast. Ein
schöner Platz, wo man auch länger hätte verbleiben können.
Der
nächste Anstieg wartete schon, und dort oben angekommen konnten wir
bildlich erahnen, was noch vor uns lag. Eine Bucht nach der anderen
mit immer wieder ins Wasser ragende Riffs waren kilometerweit
erkennbar. Dazu auf den Höhen immer wieder weites Grün vieler
Sträucher und Farne. Der Weg hat uns dann auch einiges abverlangt,
da es immer und immer wieder auf und abging.
Die
erste große sandige Bucht kam erst nach einigen Kilometern. Es war
der „Plage Bonaparte“, welcher viele Menschen anzog, die bei Ebbe
den weiten Strand nutzten. WC und Pause nutzten wir dort, denn in der
Mittagssonne kostete es Kraft entlang der Küste mit den höchsten
Klippen weit und breit. Um die Tour interessanter und einfacher zu
machen, entschied ich, das wir weiter unten blieben, um mit dem
überwinden einiger felsiger Riffs zum nächsten Strand das Stück an
Höhenweg einzusparen. Leider war dies eine falsche Prognose, da auf
der anderen Seite das Wasser noch zu hoch war. Wir mussten leider bis
zum Wegaufstieg wieder umkehren.
Ganz nebenbei bemerkt, wir befanden uns auf dem höchsten Weg entlang der Bretonischen Küste. Dieser Weg bei Plouha ist einzigartig und geprägt von vielen Aufs und Ab. Leider verpassten wir den kleinen Port Gwin Zegal. Dieser ist berühmt für die kleine runde Bucht und den tief im Boden gerammten Holzpfähle, woran Boote befestigt werden können.
Für
mich als gewohnter Wanderer auf solchen Strecken war es einfacher
wegzustecken als für meine Begleiterin. Sie war es nicht gewohnt,
wollte aber immer jegliches Tempo mithalten, was sich dann auch im
Verbrauch des Trinkwassers auswirkte. Meine Dosierung war knapper und
sparsamer, da ich auf Strecke meist viel für den Schluss aufbewahre, falls es unterwegs keine Möglichkeiten zum auffüllen
gibt. Zwar erkannte ich im Routenplaner eine weitere Bucht mit
Gastronomie, aber überrascht wurden wir noch einmal, als es für
eine weitere Strecke noch einmal tief landeinwärts ging, und wo
dieser Verlauf gegenüberliegend noch einmal steigend bewältigt werden
musste. Natürlich entstand unterwegs auch ein wenig Kopfkino, da ich
immer wieder beruhigend einwirken musste, was noch an Weg bevorstand.
Bin ich allein unterwegs mit unübersehbaren Handicaps, kann ich mich
mit all meinen erlebten Erfahrungen beruhigen und Geduld ausüben. Im
Duo mit einer weiteren Person, für die es ungewohnt und heftig
bezüglich der Hitze und des nachlassenden Proviant werden könnte,
ist es schon eine andere Aufgabe bezüglich der Verantwortung. Zumal
ich bei der Heimkehr lieber mehr Lob als Kritik erwarten wollte.
Es
kam nach langer Strecke eine sehr steile und schmale Treppe, wo es in
der dortigen breiten Bucht voller Menschen war. An beiden Bars gab es
leider nichts warmes mehr zu essen, es war schon früher Nachmittag.
Die Hauptküche war jeweils geschlossen, was blieb waren die
einfachen Dinge wie Süßspeisen, Crepes und Gallets. Es war zwar
nicht wirklich sättigend, aber hilfreich waren die vielen Getränke,
die uns zur Verfügung standen. Als wir wieder aufbrachen war uns
klar, das wir noch einmal Gas geben mussten, um wenigstens noch nach
der Heimkehr am Campingplatz das Zeitfenster offen zu haben,
wenigstens die übrig bleibende Nahrung, sprich goldbraun gebrannte
Pommes zu bekommen. Bis auf unseren Frühstücksproviant hatten wir
nicht weiter vorgesorgt, da wir eigentlich eine Mahlzeit unterwegs
einnehmen wollten.
Noch
einmal fanden wir wie zum Anfang nicht die richtige Wegweisung,
weswegen wir zusätzlich wegen des Verlaufen viele Schritte entlang
einer Hauptstraße gehen mussten, und so dann auf 23 Kilometer
Wegstrecke kamen. Zumindest zum Schluss kamen wir wieder auf den
gewohnten Pfad und neben dem Platz mit unseren Zelten heraus. Fix und
Foxi schlichen wir zum Eingang und rissen gierig in der Rezeption den
Kühlschrank auf, um uns neben der ergatterten Pommes mit eiskalten
grünen Dosen, sprich Heinecken-Bier, einzudecken.
Nach
diesem Kraftakt an Wandertag bei üppiger Hitze entschlossen wir
einen Break zu machen, und aufgrund der schönen Lage des
Campingplatz „Camping Bellevue“ dort die weiteren zwei Tage zu
bleiben. Was dann anlag, waren kurze Trips um „Saint-Quay-Portrieux“
und eine Tagestour nach „Paimpol“. Tatsächlich für mich auch
einmal Zeiten mit Strandfeeling. Nina schaffte es tatsächlich, das
ich bei aufkommender Flut zum zweiten Mal auf meiner gesamten Tour
mit ganzen Körper ins Wasser zum schwimmen ging. Diese schmale enge
felsige Bucht unterhalb des Camping-Platz lief in der Flutphase so
hoch an, das kein klettern über große Steine nötig war. Mit ihrem
blauen Sportanzug gab es immer wieder Anfeuerung, bis ich endlich im
Wasser war und einige Meter schwamm.
Die
coole Stimmung setzte sich in den kommenden Tagen weiter fort. Nach
einer kurzen Tour lernten wir auf dem Zeltplatz viele weitere nette
Menschen kennen, wie Jürgen aus Mainz und Osamb...aus Paris. Jürgen
war mit dem Fahrrad unterwegs, auf dem dafür eigens präparierten
Fernradweg, später wohl weiter bis nach Portugal. Der junge Mann
wanderte durchs Land und auf einmal war hier und da Leben und gute
Stimmung auf unserer Campingetage, wo Jürgen zwischendurch auch
einmal seine kleine Trompete für eine musikalische Darbietung
herausholte. Und es kam dazu, das ich zum ersten Mal in meinem Leben
bei anhaltender Hitze hörte, wie Kiefernzapfen bis in den späten
Abend laut knallten, da sich deren Körper von der täglichen Hitze
ausdehnten und damit rissen.
Ja,
wir hatten einen Traumplatz gefunden, der bezüglich Schönheit, Lage
und Besitzer mit ganz oben auf meiner gesamten bisherigen Tour steht.
Es
war ein magischer Ort, der später bei einer weiteren Tour noch
einmal eine Rolle spielen sollte.
Auf
der Rückfahrt erlebten wir, beziehungsweise ich zum ersten Mal, das es mit der
französischen Bahn Probleme gab. Nicht wegen deren Schuld, höhere
Gewalt war ausschlaggebend. Da es vor „Rennes“ an der Zugstrecke
brannte, musste unser Zug des Anbieters „BreizGo“ an einem
kleinen Ort stehen bleiben, wo wir erst nach Stunden mit Verzögerung
und in der Hitze wartend mit Ersatzbussen in „Rennes“ ankamen.
Somit war der gebuchte Fernbus nach „Paris“ schon weg, und es
musste eine Alternative her, um noch rechtzeitig am Abend in „Paris“
anzukommen, da es dort mit dem Reisebus nach „Köln“ weitergehen
sollte. Es gab nur eine Möglichkeit. Und die war teuer, aber
schnell. Es gab tatsächlich noch zwei restliche Tickets für den
TGV, dem französischen Schnellzug nach „Paris“. Premiere für
mich, um in schnellen zweieinhalb Stunden die Strecke zu fahren. So
schnell sah ich noch nie aus dem Fenster Getreidefelder an mir vorbei
huschen. Es war eine beeindruckende Zugfahrt bezüglich des
Fahrkomforts. Für Unwissende, in der Regel sind diese Fahrten recht
teuer, es sei denn, man plant im Voraus und findet wenige aber
ähnliche Fahrten schon mal zwischen 15-50 Euro. Fahrten mit dem TGV
INOUI oder OUIGO gehören zu den beliebtesten Reisearten durchs Land,
weil meist zuverlässig und pünktlich.
In
„Paris“ in „Monparnasse“ angekommen, hatten wir noch einmal
einen filmreifen Auftritt, der bildlich leider nicht festgehalten
wurde. Nach dem Zeitvergleich mussten wir unbedingt eine der nächsten
U-Bahn Verbindungen nach „Bercy“ bekommen. Ein für uns fremdes
Bahnhofsgebäude wo wir ohne Frage drei Etagen tiefer gehen mussten.
Mit schnellen Schritten kamen wir Fremdlinge zum Schalter und uns war
bei den vielen Angeboten an U-Bahnen nicht klar, welche wir nun
nutzen mussten. Nach einem Tipp vor Ort und lösen der Fahrkarte (2,50€)
mussten wir durch Schleusen zum Bahnsteig gehen. Wir kamen mit
einfachen durchgehen der Schleusen am U-Bahnbahnhof nicht direkt
durch. Unser Gepäck war zu breit, ich zwängte mich mit Gewalt
durch, Nina musste zurück, da sie ein Sicherheitsbeamter mit viel
murren dann durch eine alternative Tür führte. Wir erreichten
gerade noch die U-Bahn, mit der es durch halb Paris ging. Die
passende Station in „Bercy“, wo wir aussteigen mussten war mir
noch unbekannt. Es war eng, die Bahn war voll. Das Schwitzwasser lief
nur so im Gesicht und Körper herunter. Wir hielten uns bei der
schnellen Fahrt an einer Haltestange fest, und bei jedem drehen mit
unseren breiten Rucksäcken samt Isomatte und Zelt stießen wir an
anderen Personen an. Endlich, ich erkannte die Seine-Brücke und zum
Glück erwischten wir den richtigen Bahnhof und waren pünktlich in
„Bercy“ am Busbahnhof, wo dann zeitlich gerade noch ein paar
Minuten mit Pause möglich war.
Bewegende
Tage einer mal ganz anderen Tour entlang des GR34 waren damit vorbei,
und ja, den gedanklichen Stempel an Zufriedenheit wegen der Tour,
Planung und Erlebnissen bekam ich dann auch noch.