Freitag, 3. Januar 2025

Tourtag 16 Lezardrieux – Pleubian - Sillon de Talbert

Tourtag 02 0923 Lezardrieux – Pleubian - Sillon de Talbert

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Pleubian“ und die lange ins Meer führende Landzunge „Sillon de Talbert“ sollten meine nächsten Wanderziele sein, weswegen ich zwei Nächte auf dem Campingplatz in „Lezardrieux“ blieb.Dadurch mied ich zwar die linke Küstenseite dieser Halbinsel an der Flussmündung des „Jaudy“, aber ich bildete mir ein, ohne viel Gepäck schneller wandern zu können, und somit mehr vom Naturschutzgebiet „Sillon de Talbert“ sehen und erkunden zu können. Es ging über Asphalt diverser Landstraßen bis „Pleubian“. Mir war klar, das ich weniger von der Küste sehen würde, aber an dem anfangs noch grauen Tag war es mir egal, und somit dominierten neben viel Grün auch große landwirtschaftliche Flächen und in kleinen Orten das ein oder andere gemütliche Haus aus Granitsteinen. An der Nordküste Frankreichs wird viel Zwiebel, Blumenkohl und vor allem Artischocken angebaut. Und diese wie auch die Roscoff-Charlottezwiebeln wuchsen dort auf große Anbaufelder direkt n​eben dem Straßenrand. Auffallend waren auch a​uf den kleinen Straßen große weiße H​inweisschilder mit den jeweiligen Ortsnamen, meist in alter bretonischer Sprache.

Die wunderschöne Kirche „Eglise Saint-Georges“ in "Pleubian" war zum Glück geöffnet, und so konnte ich den Innenraum bewundern, wobei die Holzstühle und Raumdekorationen zum kurzen Ruhen einluden.
Ich verließ die Hauptstraße in Richtung Kermagen, wo mich dann endlich das Meer wieder hatte. Ein Stück weit ein üblicher Strand, und doch waren hier Veränderungen gegenüber sonst zu registrieren. Stück für Stück kam ich einem Felsenmeer näher, wo auch teils weiße große Felsen in meinen Gedanken Figuren oder natürliche Kunstwerke abgaben. Interessante Formen und Gruppen an Steinen ließen mich vom üblichen Pfad abkommen, so das ich teils kletternd, teils über große Steine schreitend einen weiteren Teil meiner Strecke zurücklegte. Alleine war ich in dieser wie eine Mondlandschaft wirkenden Welt, wo mich ein Motiv nach dem anderen interessierte. Manchmal war durch die großen F​elsen das Wasser in der Ferne nicht zu sehen, und manchmal genoss ich auf diesem Stück die Einsamkeit ohne zusätzliche Wanderer. Ich verinnerlichte die Eindrücke auf einem Felsen ruhig sitzend. Es gab Beispiele, wobei zum Beispiel mitten in dieser weißen und grauen Felsenwelt ein fast Anthrazit dunkler Felsen wie ein Einzelgänger vor mir lag, oder unterhalb der Düne eine fast in Reihe und Glied stehende Steinformation stand, welche mit viel Phantasie Figuren darstellen könntenNicht jeder kann es nachvollziehen, wenn man solche geballten Flächen an grober Natur vorzieht gegenüber einem schönen Sandstrand, dort sitzend auf einem Handtuch oder einer Decke. Wie an vielen anderen Stellen kann ich immer wieder zum Beobachten ausharren und schauen, was uns die Natur an Kunst überlassen hat. Aber auf einer Tour muss es weitergehen, so bleibt mir auf einer solchen Strecke nichts anderes übrig, als die Eindrücke bildlich wie auch gedanklich einzufrieren.

Mittlerweile war ich auch wieder auf dem Weg, der zu meinem eigentlichen Ziel führen sollte. Sichelförmig führten kleine Landzungen aus Steinen bestehend zum Wasser, wobei auch ein kleiner Bootshafen zu sehen war.
Am großen Parkplatz wurde es wie gewohnt an diesen ländlichen Hotspot wieder voller. Ob mit Autos, Wohnmobilen oder Bussen angefahren, Touristen müssen dort tiefe sandige Pfade begehen, um die zirka 35 mtr breite und 3 Kilometer ins Meer hineinragende Landzunge zu erreichen. Diese wurde von Steinen und Kieseln der voneinander entgegenlaufenden Strömungen der bereits erwähnten Flüsse „Trieux“ und „Jaudy“ gebildet. Hier und da gibt es in Massen Blaudisteln, Seekohl und Seerettich wie auch viele Nistplätze diverser Seevögel.
Leider gab es für mich ein abruptes Ende am Anfang der Landzunge, denn neben den üblichen Wanderern machte sich dort eine große Masse zum Teil laut schreiender Schüler von vielleicht zwei Schulklassen und Aufsichtspersonen ebenso auf den Weg. Manchmal sind es kurze Entschlüsse, um das Programm zu ändern, wobei ich immer im Guten mit mir bin, sollte ich dadurch mal etwas verpassen. Wann kommt man an Stellen wie diesen vorbei?
Bevor ich nun von „L’Amor“, der dortigen Küstenstadt zu Fuß und per Linienbus nach Lezardrieux zurückkehrte, nutzte ich die Terrasse u​nd Bar zwecks WC und einer kleinen Pause. Ein eiskaltes blondes Getränk mit feinem Schaum und ein Stück Baguette mit feinsten schmierigen Kräuterkäse in der Sonne sitzend gaben mir das Gefühl, trotz des Verzicht für das ein oder andere Stück Strecke an dem Tag glücklich zu sein, da ich wieder einmal eine für mich interessante und faszinierende Gegend kennenlernen durfte.

Müsste ich entscheiden, würde ich eine Lebensweise in einer wie dieser abwechslungsreichen Gegend, wie auch lebendigen Küste mit kleinen, aber wuchtigen Landhäusern vorziehen. Daher machte es mir gar nichts aus, für eine Weile mal den Weg am Wasser mit Wegen und Straßen im Landesinneren zu tauschen. Schlichte blaue Farben am Holz der Gebäude und Pflanzen und Hecken auf den jeweiligen Grundstücke​n hinter den heftigen Steinmauern erzeugten immer wieder ein Ambiente zum Wohlfühlen.

Im kleinen Zentrum von „Lezardrieux“ besuchte ich noch eine kleine Creperie namens „Lez ar dreo“, um mir Kochzeit zu sparen und meine Sucht für herzhafte Salate zu befriedigen. Neben vielen Angeboten von Crepes und Gallette gab es auch eine gute Auswahl an Salaten. Ein gut gefüllter Salatteller mit einem gut gewürzten Fisch sollte es sein, wobei mir zum Abschluss ein Gästepaar wenige Tischreihen weiter auffiel, von dem später noch berichtet wird. 

Freitag, 27. Dezember 2024

Tourtag 17 Lezardrieux - Plougrescant

 

Tourtag 03 0923 GR34meinbunterWeg Lezardrieux - Plougrescant

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Ein weiterer Wandertag auf dem GR34, der zuerst nicht das brachte, was man von einem üblichen Tourtag erwarten würde. Was sich dann aber im Laufe des Tages entwickelte, zeigt, wie schnell sich Gegebenheiten ändern können, wie schnell und dynamisch Entwicklungen stattfinden. Ob dem kennenlernen anderer Menschen oder auch die stetig verändernde Landschaft. Rückblickend war es der tollste Tag mit den beeindruckendsten Wahrnehmungen auf dem von mir gewählten Fernwanderweg. Bis in den späten Abend gab es fortlaufend Momente, wo mich Eindrücke prägten, wo ich dankbar war, diesen Mut zu haben. Diesen Mut mich aus alten Umklammerungen des Lebens gelöst zu haben und mit Neugierde neue Dinge auszuprobieren. Damals nicht wissend, das es später weitere beste Tage auf meinem Weg geben würde, stufte ich diesen Septembertag als meinen schönsten der bis dahin gegangenen Etappen ein.

Regen bremste mein Fortkommen am Morgen aus. Ich hatte zwar eine überdachte Sitzecke direkt neben meiner Zeltfläche, aber kalte und feuchte Luft erschwerte nach dem Frühstück das abbauen und packen. Dazu ein weiterer Tourer vor Ort, der mit dem Rad an der Küste unterwegs war. Ein Ire, der mit dem Schiff in „Roscoff“ ankam, und weit und ausgedehnt von seinen Weggeschichten erzählte, was mir viel Zeit raubte. Es war zeitraubend während des packens der englischen Sprache zuzuhören, innerlich zu übersetzen und freundlich zu bleiben, beziehungsweise freundlich zu antworten. Doch irgendwann an dem Samstag konnte ich mich mit Verspätung vom Campingplatz dort lösen. Das Ziel war „Treguer“ um von dort in Richtung „Plougrescant“ nach Norden weiter zu kommen. Es war nicht weit zur dicht befahrenen Landstraße, wo ich wenn es günstig lief, mit einem dort haltenden Linienbus weiter kommen wollte. Doch laut Busfahrplan fuhr in den weiteren Stunden kein Bus, so das ich vorerst entlang der Straße ging. Mit jedem weiteren Schritt merkte ich das es direkt neben der Fahrbahn schwierig werden würde bis nach „Treguier“. Und wie von einem inneren Impuls ausgehend hob ich bei nun jedem hörbar vorbei fahrenden Auto meinen linken Arm, um eventuell von dem ein oder anderen per Anhalter mitgenommen zu werden. Schon hinter dem Ortsausgang hielt an einer Abfahrt ein Wagen. Das Fenster ging runter und im feinsten Englisch fragte man nach meinem Ziel. Ich konnte gar nicht so schnell gucken, wie der Fahrer ausstieg, im hinteren Bereich Platz schaffte, wo ich dann etwas beengt aber glücklich mit meinem Gepäck auf der Hinterbank saß. Schnell waren wir während der Fahrt in einem Austausch darüber, welche Ziele jeder von uns hatte. Das britische und ältere Ehepaar war zu Besuch von Verwandten unterwegs und hätte mir am liebsten von vielen zufriedenen Zeiten in der Bretagne erzählen wollen. Aber recht schnell war die Fahrt nach „Treguer“ auch schon wieder vorbei, wo man mich am Parkplatz am Yachthafen und dem Office de Tourisme de Treguier rausließ. Dort mit Informationen eingedeckt beschaffte ich mir in der naheliegenden Bäckerei einen Cafe und Croissants, setzte mich dafür auf eine Bank und plante erst einmal gar nichts. Was im normalen Alltag und Leben bislang selten vorkam, nutzte ich immer öfter auf der Tour, das simple sacken lassen von Gedanken, zu ruhen um dann eine für mich passende Entscheidung des Fortgangs zu treffen.

Ich gebe zu, das wenn ich noch nicht unterwegs bin, das es mich manchmal ausbremst, wenn ich nicht weiß, wie lange ich wirklich bis zum Ziel brauchen werde. Oder ob ich irgendeinen Supermarche oder Bäcker dort finde um mich vor dem Wochenende mit Proviant einzudecken. Letztlich stimmen fast immer die Angaben im Internet bezüglich der Öffnungszeiten, doch es gibt immer ein Rest an Angst, das diese nicht stimmen. Es scheint ein deutsches Problem zu sein, das man immer hundertprozentig abgesichert sein möchte, das eben alles klappt. Menschen wie hier in Frankreich, der Bretagne sind da irgendwie lockerer. Mittlerweile legte ich es ab, dauernd Stress oder Angst davor zu haben, keinen Schlafplatz und kein Essen zu bekommen. Wobei es doch keine Schande wäre, dieses kleine Zelt auf irgendeiner Wiese entlang des Pfads aufzustellen, und den einen Riegel oder das Stück Baguette übergangsweise bis zum nächsten Morgen zu essen. Vielleicht ist auch das ein Problem deutscher Gedanken, sich formell irgendwo zum schlafen anzumelden, oder Angst zu haben, bis zum nächsten Morgen zu verhungern.

Was folgte, passte wahrlich in die Geschichte des damaligen Samstag Vormittag hinein. Auch das ich mittlerweile weniger hektisch und unruhig reagiere, egal was passiert, egal wie aussichtslos eine Planung sein mag. Eigentlich musste ich ja nur den Rucksack aufnehmen, den Weg suchen, um dann entlang des „Jaudy“ zum Meer weiterzugehen.

Während ich mit diesen nun geschilderten Gedanken beschäftigt war und mich unnötig ausbremste sah ich eine Frau auf mich zukommen, die gerade einen kleinen Einkauf in ein Auto mit deutschen Kennzeichen lud, und gestikulierend dem Versuch nahe war, mich auf Englisch zu fragen, wie bequem oder unbequem diese Art von Reisen für mich wäre. Momente wo ich grinsen musste, schaffte es doch die gute Frau mich aus gedanklichen Problembereichen zu reißen, die ich mir selbst unnötig antat. Überraschend über meine deutsche Antwort fragte sie bewundernd über diese Reiseart, wohin es für mich gehen würde. Klar definierte ich mein Ziel, einen Campingplatz bei „Plougrescant“ zu erreichen, denn dort sollte es spektakuläre Felsenlandschaften geben.

Ohne wenn und aber kam ihr Angebot, einen Moment auf ihren Mann zu warten, um dann folgend mich zu dieser Gegend zu fahren. Dies war erst einmal eine freudige Überraschung, wenn ich auch etwas Peinlichkeit verspürte. Da ich ihren Mann noch nicht kannte, wusste ich nicht wie er ob des von ihr entschiedenen zusätzlichen Umweg reagieren würde. Und im Moment, wo ich schon wieder begann zu grübeln, machte sie Platz im Auto und forderte mich auf, mein Gepäck schon einmal einzuladen. Und währenddessen kam er schon, beladen mit seinen Einkäufen. Sie wies ihn direkt an, das es vorerst noch einmal in den Norden ging, um mich dorthin zu bringen. Er war nicht ungehalten bezüglich dieser Weisungen, aber man merkte ihm eine dezente Überraschung an. Mein Ziel wurde im Navi eingegeben, wobei ich schlucken musste, das sie etwa 10 Kilometer in eine Richtung fahren mussten, die sie gar nicht eingeplant hatten. Man erzählte unterwegs von weiteren Absichten der Ferien vor Ort, und das ein angenehmes Landhaus auf sie warten würde. Und schneller als gedacht war ich dann schon in „Plougrescant“, wobei ich da erst so richtig merkte, das mir die Zuwanderung entlang des Wanderwegs fehlen würde. Diese Situation bescherte mir allerdings einen großen freien Zeitraum zum Nachmittag, den ich dann zum wandern und erkunden dieser sehr wohl bekannten Gegend nutzen wollte. Trotzdem ich auf den Campingwart wegen seiner Mittagspause warten musste, gab es keine Langeweile. Denn bei meinem Rundgang um dem Platz stellte ich fest, das ich mich auf einer kleinen Landzunge, „Beg ar Vilin“ befand, die mit dem Festland nur durch einen Zufahrtsweg erreichbar war. Alles andere drum herum war Gebiet, wo wohl bei Flut Wasser zu erwarten war. Direkt am nördlichen Bereich war ich am Strand mit Blick auf eine kleine bewohnte Insel. Dort war ich direkt an einem Anbaugebiet für Muscheln und konnte diese formierten Gitter zum ersten Mal aus nächster Nähe sehen, auch wenn zum Teil das Wasser noch an deren Oberkante war. Der weitere Rundgang des Platzes mit Stellflächen für Camper und mietbaren Holzhütten offenbarte mir Sicht zur gegenüberliegenden Küste, wo ich zwei Tage zuvor entlang der Flussmündung des „Trieux“ entlang ging. Und noch ein Stück weiter herum schloss sich der Kreis dieser kleinen Landzunge mit weitem Gebiet des dort flachen Gewässers, wo im sandigen Grün ein kleiner mir von der Karte bekannter Bootsfriedhof war. Vier alte meist auseinander gefallene Holzboote lagen vor Ort, die ich mir gerne bei Niedrigwasser angucken wollte.

Nachdem der Platzwart mir einen Ort zum aufstellen meines Zeltes zuwies, konnte ich im nahen Ort einkaufen und schauen, ob ich von dort aus meine nun geplante Runde gehen konnte. Die Karte meines Routenplaners zeigte mir an, das zeitlich wie auch von der Länge her die Strecke ein machbares Programm bis zum Abend wäre.

Der kleine Laden war ein Mix aus Bäckerei, Supermarkt und Cafe. Unter anderem griff ich zu einer Dose mit Linsensuppe, die mit groß geschnittener Bockwurst angereichert war.
Hinter dem Marktplatz kam ich zur „Chapelle Saint-Gonéry“, die berühmt für ihren schrägen Turm ist. Leider war diese geschlossen. Doch aus dem Zentrum heraus kommend kam ich zur recht großen Pfarrkirche „Saint-Pierre“. Ich hatte das Glück beim hereintreten den bunten Schatten der Fenstergläser auf dem Boden zu sehen, da die Sonne gerade recht günstig dafür stand.
Der Straßenverlauf war dahinter hügelig und so sah ich im Wechsel Getreidefelder und weit dahinter das grau gefärbte Meer. Dazwischen gab es noch einmal so richtig alte bretonische Häuser die in jeden früheren Mittelalterfilm hinein gepasst hätten.

Und schon war ich am direkten Küstensaum. Das Wasser drückte weiter hinaus, so das ich mehr und mehr eine Gegend von kleinen wie große Felslandschaften vor mir hatte. Kleine Inseln, die zeitweise sichtbar wurden, zwischendurch besiedelt mit ein bis zwei Häusern. Eine Kulisse, die zum malen einlud. Ich vermutete, das bei ganz zurückgezogenen Wasser Pfade oder Wege dorthin führten. Und dann hier und da zwischen den blank hervor scheinenden Felsen Boote, die dort mittlerweile auf Grund lagen.

Und als würde das noch nicht reichen, waren in meinem Hintergrund hinter dem Wanderweg wieder die üblichen bretonischen Häuser, die unter Zedern stehend auf gewaltige Felssockel gebaut wurden. Und auch dies sah wieder mehr nach einem Bild aus, gezeichnet wie von einem geübten Maler und Künstler.

Der Weg gab noch einmal einen dort vorhandenen Parkplatz frei, da sich dort bezüglich des weiteren Verlaufs eine Sackgasse befand.

Es war Samstag Nachmittag, und wohl deswegen dementsprechend nicht sehr gefüllt mit weiteren interessierten Passanten. Ich erwähne es deswegen, weil sich von diesen Punkt aus eine Kulisse auf dem weiteren Weg öffnete, die unvergessen bleiben wird. Somit konnte ich bis auf Ausnahmen jedes mir bietende Naturbild alleine genießen. Es war zum Beispiel eine solch bizarre Felsenformation in der Größe eines kleinen Hauses zu sehen, wo mir beim längeren Anblick die Formulierung Felsenkathedrale aufkam. Nach wenigen Kurven und Schritten erblickte ich den nächsten Höhepunkt. Hinter einigen großen Felsklötzen stieg ein zusammenhängendes hohes Motiv heraus, welches beim betrachten in Richtung Wasser an ein gemeinsames Paar erinnerte. Eng umschlungen, und das geprägt und geschaffen von der Natur, eben vom Wasser, von Winden und Sand.

Ich hatte noch etwas leckeres dabei. Kurz vorher im erwähnten Laden gönnte ich mir ein Stück Kuchen, was sonst nicht üblich war. Eine Art Käsekuchen mit Kirchen oder Pflaumen darin, eingepackt in einer bretonisch üblichen Faltschachtel. Und bevor irgendeine andere Person gleiches machen wollte, stieg und kletterte ich über die Felsen bis ich eine gerade Sitzflächen für eine Pause für gut befand. So hatte ich die Felsenkathedrale und das steinerne Pärchen direkt im Blickfeld und vor mir.

Momente die ich genoss, diese Ruhe vor Ort, unterbrochen vom Brandungswasser in der Ferne und den gewohnten Schreien der Möwen. Es fehlte lediglich der Kaffee zum Kuchen und dem Ausblick.
Mag mancher Moment noch so schön sein und glücklich machen, ein weitergehen ist leider unumgänglich. Zum Teil war dank eines Akkus das Handy wieder geladen, um weitere Bilder auf der restlichen Strecke machen zu können.
Es ging immer wieder an Steinwüsten vorbei, schon mal unterbrochen von optischen Mulden, in denen sich bunte Boote vereinzelt tummelten.

Aus der Ferne war in Richtung Meer ein großer Felsenblock erkennbar. Der Weg schlängelte sich kurz hin und her, aus dem Nichts waren auf einmal aus Granit Mauerreste und ein altes Haus vor mir. Etwas weiter musste wieder ein Parkplatz sein, denn hier wurden es nun mehr Menschen, die Wege nutzten um in Richtung Meer zu gehen. Und schlagartig stand ich an einer Wegkreuzung wo neben einem fast leeren großen See dahinter die eben genannte Felswand auffiel. Zwei riesige Felsen, wobei mittig in der einmal vorhandenen Leere ein Granithaus stand. Eingezäunt mit zwei direkt davor stehenden Autos.

Maison du Goffre de Plougrescant“

Es ist das Motiv schlechthin, was auf vielen Postern oder auch Kalender erhältlich ist, wenn es um bretonische Sehenswürdigkeiten geht. Ob es so gewollt oder doch mehr Zufall ist, auf fast jedem Bild sind ein bis zwei Autos der Besitzer sichtbar.

Der Touristenstrom zieht dort vorbei, um das tosende Wasser und seine heftige Brandungen an Felswänden auf einem Rundweg zu beobachten. Wahrlich ein Naturschauspiel, wobei ich zum Schluss mit Fotoaufnahmen kapitulieren musste, da der Bildschirm vom Gerät dunkel war, und ich mit einen Schaden rechnete.

Sofort war ich mehr mit Sorgen auf dem restlichen Rückweg beschäftigt, als mit weiterem Erkennen schöner Landschaften um mich herum.
Als Rundweg um die Landspitze war dieser Nachmittag fast zu Ende. Somit fummelte ich noch ein wenig am Smartphone herum, bis mir irgendwann auffiel, das lediglich der Helligkeitsfaktor auf komplett dunkel eingestellt war. Mit der richtigen Einstellung war das Gerät später wieder normal nutzbar. Doch ich machte mir zu guten Recht Sorgen. Was wäre wenn das Gerät kaputt gewesen wäre. Ob mein Ticket für die Rückfahrt, ob Bankverbindung wie auch sämtliche Tourfotos wären nicht abrufbar gewesen. Ein fatales Szenario, womit ich noch einmal Glück hatte.

Es gab einen Aufenthaltsbereich auf dem Campingplatz mit mehreren Holzbänken und Tischen, wie auch einen Betongrill. Und da die anderen Campinggäste an ihren Plätzen den Abend verbrachten, nutzte ich die Gelegenheit und kochte an der Grillstelle die Suppe. Da ich wegen des zusätzlichen Gewicht auf Luxus wie einen Topf bislang verzichtete, stellte ich die geöffnete und halb entleerte Dose auf den bereiten Gaskocher. Eine Premiere meiner Essenszubereitung, wobei auch die Linsensuppe herrlich schmeckte und satt machte.

In der Dämmerung nutzte ich noch einmal Zeit, um zum einen den kleinen Bootsfriedhof zu besichtigen, sowie am nahen Strand die zu sehenden Muschelbänke zu betrachten. Diese Stelle war nur einige Meter von meiner Parzelle samt Zelt entfernt, so das ich bei aufkommender Flut in den Genuss kam, Wellen und Wasser zu hören, wenn ich denn zwischenzeitlich wach wurde.








Tourtag 15 L'Arcouest - Lezardrieux

Tourtag 01 0923 
GR34meinbunterWeg L'Arcouest - Lezardrieux

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Loguivy


Am kommenden Morgen hatte ich richtig Lust zum losgehen. Neugierde für die neuen Landschaften auf meinem bunten Weg. Noch einmal ein Blick hinunter aufs Meer und dann ging es durch den kleinen Wald vom Vorabend hinunter. Vorbei am Parkplatz wo viele parkten, die auf der „I’le de Brehat“ leben, arbeiten oder zum besichtigen dort waren. Bislang auf der vorhergehenden Strecke noch nicht in diesen Maßen vorgekommen, ging direkt am Wasser entlang dem Ort Loguivy entgegen. Es war ein total anderes Gefühl auf dem Weg unterwegs zu sein. Waren es bis Paimpol fast nur Höhenwege weit über dem Wasser, ging ich von L'Arcouest an meist direkt neben dem Wasser und Stränden entlang. Hier und da wegen Grundstücken führte der Weg an Felder und Wäldern vorbei.  
Auf einmal stand ich vor einer kleinen Ortschaft mit der kleinen Bucht von Loguivy.


War es vorher noch das große weite Meer, befand ich mich an einen kleinen Port mit zahlreichen Booten. Entlang der kleinen Hafenstraße gab es zahlreiche befestigte Bilder an Masten einer Künstlerin. Zwei kleine Cafes und Restaurants, einige Häuser und eine kleine Kirche. Traumhaft diese kleine Bucht, die mich noch einige Momente wegen eines plötzlich aufkommenden heftigen Regenguss noch festhielt.
Da es kurzweilig diese Wetterveränderung gab, fühlte ich mich dort wie in einem Schwarz-Weiß Film. Der Himmel in einem leichten Grau wie auch der Hafen. Weiße Boote, grau das Wasser und der hervorkommende Meeresboden, grau und braun, weiß die Möwen. Ein paar spaßige Fotos mit den kreisenden Vögeln und schon suchte ich Unterschlupf in der nahen kleinen Kirche, der „Eglise Port Loguivy“. Denn es fing an zu regnen.
Pause dort im trockenen kleinen Gebetsraum, wo ich glücklicherweise allein war. Zauberhafte Malereien, Gläser und Wandanstriche in weiß, Decken und Schrägen, meist in Blau waren. Eine Regenpause zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort.

Blau war danach auch wieder der Himmel und das Wasser. Zahlreiche kleine Inseln waren zu sehen. Spät merkte ich, das ich an der Flussmündung des Trieux angelangt war. Ein im Gelände auf und ab gehender Weg stand nun bevor. Zedern und Kiefern wechselten sich mit kargen und felsigen Hügeln am Ufer ab. Ragten die Felsen weiter ins Wasser hinein, wurde die vorbei fahrende Schifffahrt mit hohen farbigen Bojen, ähnlich aussehend wie kleine Leuchttürme abgesichert. Bevor es tiefer ins Landesinnere ging war mittig die L'île Koeur zu sehen. Ein kleines Wohnhaus mit Mauer darum auf einem Felsplateau, wohin man nur mit einem Boot gelangen konnte. In Recherchen für die Texte des Blogs fand ich heraus, das man das Haus unter bestimmten Voraussetzungen mieten kann. Der Preis für die Übernachtung, ab 150,-€. 

Danach war auf dem offiziellen Weg erst einmal Schluss. Eine Umleitung sorgte dafür, das es in ein Wohngebiet südlich von Loguivy weiter ging. Zum Teil über landwirtschaftlichen Flächen, bevor es durch einen Wald wieder zum „Trieux“ ging. An einem Feld führte der Weg zu eine alte historische Stelle, wo eine Allee von Steinen zu besichtigen war. Die „Allèe couverte von Melus“. Die alte Megalithanlage gehört zu den zwischen 3000 und 2500 v.Chr. errichteten jungsteinzeitlichen Galeriegräbern.

Ohne Umleitung wegen Küstenschäden hätte ich diesen Ort nicht entdeckt.
Weiter weg vom Meer führte der Weg ins Landesinnere, es mehrten sich die Boote im Wasser bis dann der kleine „Port de Plaisance“, der kleine Yachthafen von „Lezardrieux“ sichtbar war.
Schon kurz dahinter in der Ferne war eine große Brücke mit Verkehr zu sehen. Ich sehnte mich nun nach einem Ende meines ersten Tourtags, musste aber noch zur Brücke gelangen, um darüber zum Campingplatz unterhalb von Lezardrieux zu gehen. Ja, auch das war noch einmal eine Aufgabe für mich, denn der Aufstieg zur dicht befahrenen Brücke zog sich sehr, wie alles was dann an restlicher Asphaltstrecke auf mich wartete.

Kurios, es war ein Campingplatz ohne Leben. Es gab ganz wenige Camper, doch hinter der kleinen Blockhütte worin sich die Rezeption befand war neben dem sanitären Haus eine große fast leere Wiese in Richtung Fluss, wo noch ein Wohnmobil und ein Großzelt standen. Früher hätte ich den Platz auch nicht erreichen dürfen, denn nach 17.00h kamen erst die Besitzer um Neulinge aufzunehmen. Das reichte nach dem Zeltaufbau gerade noch für mich, um ins kleine Stadtzentrum zu gehen um Proviant für den Abend und nächsten Tag zu holen. Düster und nasskalt war es, als ich Salat und Baguette gegessen hatte. Anders wie direkt am Meer kühlte es sich durch die hohe Luftfeuchtigkeit am Fluss viel schneller ab. In der Dämmerung vor der Schlafenszeit ging ich das kurze Stück über den Platz zum Ufer. Grauer Dunst lag über den sehr breiten Fluss, wo ich das gegenüberliegende Ufer nur erahnen konnte.

Dazu am Himmel mein Freund. So erlebte ich noch keinen bretonischen Abend, an einem düsteren Fluss, wo das Wasser immer näher kam, da am Meer wohl die Flut einsetzte und mehr Wasser dort hinein drückte, und wo friedlich die schmale Mondsichel den schon dunklen Himmel anleuchtete.



Mündungsbecken "Trieux"



"Trieux" in Richtung Leardrieux



Anreise nach L'Arcouest

 

Ankunft 0923 in L'Arcouest bei Paimpol

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Etwas ganz neues an Küste erwartete mich nun beim letzten Besuch des Jahres bei „Paimpol“. Nach nun zwei Touren mit Begleitung ging es noch einmal zum bretonischen Fernwanderweg, um kraftvoll jeglichen zur Verfügung stehenden Wandertag auszunutzen. Viele Kilometer und ganz andere Formen der Küstengestaltung, worauf ich mich wegen der nun kommenden Abwechslung sehr freute. Da es für das nächste und folgende Jahr den Plan gab, das mich Thomas begleiten wollte, entschied ich die nun felsenreiche und eher flache Strecke vorzuziehen. Es fehlten noch drei Etappen zwischen „Saint-Brieuc“ und „Paimpol“, da ich diese in Begleitung von Nina noch ausließ. Und da es in den damals vergangenen Monaten viele Strecken über fast immer grüne hohe Riffs gingen, brauchte ich Abwechslung. Dementsprechend schob ich die fehlenden Etappen ins nachfolgende Jahr und stellte mich darauf ein, von „L’Arcoust“ bei „Paimpol“ zu starten.

Zwar war ich im Vorfeld neugierig, und erkundete vorher die eventuellen Etappen zwecks Infos im Internet, doch so richtig konnte ich den landschaftlichen Unterschied erst am Abend bei meiner Ankunft erfassen.

Vorerst zum letzten Mal nahm ich den Fernbus von „Paris“ nach „Saint-Brieuc“. Der dann nötige Linienbus von „Saint-Brieuc“ nach „Paimpol“ fuhr am späten Nachmittag. Und wieder einmal gab es Wehmut bezüglich meiner Erinnerungen von der Zeit, wo ich Ende Mai wegen vieler Tourtage in „Saint-Brieuc“ verweilte, und wo es zu einem späteren Zeitpunkt von dort mit Begleitung nach „Saint-Quay-Portrieux“ ging. Der Linienbus, der zum Bahnhof in „Paimpol“ fuhr, war dann auch mit veränderter Liniennummer das Fahrzeug, was mich einige Stationen weiter zum nun nördlichen Küstenpunkt brachte. Es war kurz vor „L’Arcouest“, von wo es per Fähre zur „I`le de Brehat“ ging.

Der Platz selbst war noch gut gefüllt mit vielen Campingurlaubern, und ich stand auf einem Berg direkt am Rand. Ich konnte nur mit der Zunge schnalzen, als mich die Pächterin dorthin führte. Ein weiter Blick aufs Meer und zum ersten Mal sah ich in der Ferne an der bretonischen Küste eine große Insel mit vielen kleinen Vorinseln. Es fuhr noch eine letzte Fähre, die zum frühen Abend Inselgäste zum Festland zurück brachte.

Ich hatte für den Start nur ein Minimum an Proviant mit. Das bei Ankunft schon gewohnt gekaufte Baguette samt der heimischen Dauerwurst und Käse. So nutzte ich nach meinen Zeltaufbau und der üblichen Orientierungsrunde den kurzen Gang zum Eingangsbereich, wo zwei Händler mit Getränken und warmen Speisen wie Pizza, Huhn und Kartoffeln standen.

Trotz des guten und einladenden Dufts, ich hielt mich vorerst zurück und bestellte mir lediglich eine Schale mit kleinen Kartoffeln und einen kleinen Wein. Die dortigen Hähnchengrills haben unten eine extra gefertigte Schale, wo in gut riechender Kräutersauce die kleinen Kartoffeln zusätzlich garen können. Damit ging ich zu einem aussichtsreichen Platz, den ich beim auskundschaften der Umgebung nach meiner Ankunft schon entdeckte. Ich ging durch zwei schmale Gassen, in denen wenige alte Granithäuser samt Mauern standen, weiter zu einem kleinen Wald, wo wohl an dort höchster Stelle sehr alte Zedern standen. Allein dieser kurze Weg mit seinen Abendgeruch des Harzes der Bäume war schon beeindruckend. Doch was dann folgte, war noch schöner, noch unbeschreiblicher, als das was ich bislang auf meinen Touren gesehen hatte.
Man stelle sich vor, das rechts von meinem Campingplatz über viele, viele Kilometer bis zur „Cote de Emmeraude“ und „Cote de Amor“ hohe und meist grüne Höhenwege zu erleben waren, und einem hier an dieser Stelle die gesamte nun zu sehende Welt wie auf Knopfdruck total anders vorkam. 
Ich schaute abgesehen von der „I’le de Brehat“ nach Westen auf das Meer, wo zahlreiche kleine und große Inseln zu sehen waren. Bis hin zum dort sichtbaren Sonnenuntergang ein in vielen Kurven verlaufender Küstenbereich samt seinen zahlreichen Granitsteinen. Diese vielen dort zu sehenden Kilometer sollten in den damals folgenden Wandertagen ein ganz anderes Bild des bisher gesehenen Grand Randonee, dem Küstenweg, abgeben.

Neben einem jungen Paar, welches mit einem kleinen Picknick ebenfalls an der Mauer saß, hatte ich es mir gemütlich gemacht. Zum essen, zum trinken und ja, und zum staunen. Die Blicke gingen mal nach rechts zur großen bewohnten Insel, die Blicke gingen nach links um die dauernde Veränderungen der Farben des Abendhimmels zu verfolgen. Phantasie kam auf, denn ich dachte an die bisherigen hohen und tiefen Gezeiten, die ich bisher sah, und mir dann vorstellte, wie viel an Granitinseln hervor scheinen könnten, wenn sich das Wasser bei Ebbe in Richtung Meer zurück ziehen würde.



Rennes, die Landeshauptstadt



Ankunft L'Arcouest mit Blick auf I'le de Brehat



Weiter Blick auf die zu begehende Strecke


GR34meinbunterWeg, Tour mit Begleitung, Teil 2 mit Nina

GR34meinbunterWeg Tour mit Begleitung, Teil 2 mit Nina

Die später folgenden Tage mit Nina waren ähnlich organisiert, Anreise über „Paris“, dann in „Saint-Qay-Portrieux“ zelten und zumindest einen vollen Wandertag unterwegs sein, allerdings mit einem Tag mehr zwecks Aufenthalt. Wir reisten über „Rennes“ nach „Saint-Brieuc“, und von dort aus mit dem Linienbus nach „Saint-Quay-Portieux“.


Blick auf den Felsen, wo jeder Tag mit Blick in die Ferne beendet wurde


Ich versprach einen hervorragenden Campingplatz, den ich im Internet fand, und der von der Optik her wie eine Terrasse direkt am Meer angelegt war. Mehr wusste ich nicht, bis auf die Tatsache, das wir zumindest eine volle Etappe entlang der höchsten bretonischen Küstenbereiche gehen würden. Auch an diesen Tagen war es sehr heiß, und wie bei der Fahrt mit Julia wurde ich auf den letzten Metern im Bus und Zug wieder nervös. 
Sobald ich die bretonische Gegend erreiche, fühle ich mich heimisch, und wollte wieder mit den Finger zeigend immer und überall einen Hinweis geben, wo ich schon war, und was ich dort erlebte. Allein als es mit dem Bus durch „Saint-Brieuc“ ging, bekam ich Wehmut bezüglich der Erinnerungen meines dreitägigen Aufenthalt vor Pfingsten dort. Denn ich war wieder dort, wo ich meinen Abschluss einer besonderen Tour fand. Dort in dieser für mich bunten Großstadt mit vielen freundlichen Bewohnern und der alljährlich stattfindenden Musikveranstaltung, dem ART-Rock Festival. Im Bus sitzend und hinaus schauend bemerkte ich, wie sich meine Augen mit Wasser füllten. Straßenzüge, Gebäude erinnerten mich sofort an das ereignisreiche Wochenende. Den Tränen vor Freude sehr nahe musste ich binnen einiger Minuten noch einmal begreifen, was ich seit Beginn dieser Wandertour erlebte, was ich organisierte und vor allem für mich tat. Ein wenig Traurigkeit war in den Minuten mit vorhanden, denn ich fragte mich, warum es erst so spät in meinem Leben dazu kam, das ich so zufrieden war.
Es war eine Zeit im Frühsommer, wo mir immer mehr bezüglich der vielen Ereignisse und Ansichten an der Küste die Überschrift von meinem bunten Weg im Inneren erschien, dementsprechend blieb es fortlaufend für mich der „GR34meinbunterWeg“.

Nach einer Busfahrt vorbei an Badeorten der „Baie de Saint-Brieuc“ ging es ungefähr noch zwanzig Minuten zu Fuß ab der Bushaltestelle, bis wir den Campingplatz erreichten. Und es machte wieder einmal „Bäng“. Wir durchliefen für kurze Zeit ein kleines Villenviertel, und vor uns war ein interessant gut aussehender Campingplatz Besitzer, der uns mit freundlichen Charme über den Platz begleitete, und den für Zeltfreunde vorgesehenen Platz vorstellte. Begleitende Hinweise nahmen wir in von ihm gut ausgesprochenen deutschen Sätzen entgegen. Dazu waren wir sehr beeindruckt bezüglich der Kulisse neben dem Platz. Das weite offene Meer mit phantastischen Ausblick, direkt von der Zeltkante aus, wobei unter uns weitere Etagen an Wiesenflächen wie eine Terrasse für weitere Camper vorhanden waren.

Bei der Einweisung unserer uns zustehenden Fläche wies Nina um nicht Missverständnisse aufkommen zu lassen direkt darauf hin, das sie separat in ihrem mittransportierten Zelt schlafen würde, wobei er ein leichtes Schmunzeln dazu ablieferte. Einfach charmant dieser Mann, wie auch seine Familie vor Ort, was wir an folgenden Tagen immer wieder erleben durften.

Es ging weiter mit dem Einkauf in einem nahen Supermarche und weiteren Gesprächen mit dem Hausherrn. Denn an der Rezeption gab es an jeden Abend zu gleicher Zeit herrlich angerichtete Pommes-Frites, die seine Frau goldig braun und gut gesalzen anbot. Auf Bestellung, was wir in folgenden Tagen auch nutzten wurden in einem dafür vorgesehenen Grill Brathähnchen angeboten. Diese mit angenehmen Kräutern gefüllt und gewürzt waren kaum mit unseren heimischen Hähnchen vergleichbar. Denn sie waren weitaus größer, und dies war auch auf vielen Märkten ebenso.

Vor der Rezeption und der kleinen Küche gab es eine kleine Bank mit Blick auf das Schwimmbecken für Gäste. Dort von der langen Anreise und dem Einrichten mit einem kühlen Getränk zur verdienten Ruhe gekommen, klopfte mir Nina auf die Schulter und stellte leise eine Frage ohne das es jemand hören sollte, die ich so nun auch nicht erwartet hätte, da ich seit vielen Touren mit dem angenehmen Verhalten vieler Franzosen und Bretonen vertraut war:

Was ist denn hier los ist, was ist mit den Menschen, warum sind die hier so anders? - und vor allem immer wieder, und warum?“
Seit „Paris“, seit dem Aufenthalt in „Rennes“, "Saint-Brieuc“ und nun dort hatte sie das Empfinden, das sie bislang fast nur freundliche und lachende Menschen antraf.
Ich verstehe das nicht, das ist so neu für mich, ...ich kenne zu Hause im Alltagsleben fast nur Menschen mit langen Gesichtern, mit dauernd meckernden Verhalten“, aber das was sie nun dort direkt am ersten Tag erlebte, das war schier unglaublich für sie.
Wieder konnte ich glücklich sein, einer von zu Hause vertrauten Person mein mittlerweile gewohntes Bild und Verhalten der dort lebenden Menschen zu teilen. 

Meer, überall Meer wo wir an diesem Ort so nah dran waren. Das erste kühle blonde Gesöff war leer, wo wir danach den Einstieg zu den Klippen mit breiten Blick aufs Meer suchten. Auch wenn wir diesen nicht sofort fanden, halb so schlimm, dementsprechend lernten wir etwas mehr die anderen Flächen des Campingplatz kennen. Es ging an einem kleinen Tor raus auf den Fuß- und Wanderweg, wo wir dann in aller Kompaktheit alles zusammen genießen konnten. Es war dort auf schmalen Pfaden ein Stück des GR34, bis wir weit über den mächtigen Felsen Blicke aufs Meer in Richtung Norden samt Sonnenuntergang sehen konnten. Zur anderen Seite um die dortigen Kurve die Bucht von „Saint-Qay-Portieux“ und in der Ferne die Küstenlinie zum „Cap Frehel“. Wieder überkam mich Stolz und eine Gänsehaut.

Es war eine landschaftliche Linie zu erkennen, wo ich vor wenigen Wochen noch unterwegs war, schwer bepackt mit meinem Rucksack und immer mit dem gefühlten Druck einer zu schaffenden Tagesetappe.

Wouw, ein Stück Natur in so geballter Form rundherum war schon angenehm und heftig zugleich. Neben im Gras bunt blühenden kleinen Pflanzen gab es kleine Felsen, auf denen man sich setzen konnte, um alles überblicken zu können. Auch wenn es in der folgenden Zeit der Dämmerung noch das ein oder andere kurze Gespräch vom ersten Tag gab, es waren dann die zeitlichen Räume, wo jeder für sich diesen Blick samt Farben aufnahm, dazu die Geräuschkulisse und dem Leben der heftigen Brandung an großen Felswänden.

Was folgte, war der anstrengendste Tag in dieser knappen Woche. Als der Führende und Planer der dortigen Tage musste ich am ersten Morgen schon etwas Druck machen. Das fordern vom Wecker stellen wie auch pünktliches fortkommen zum Linienbus war nötig, denn ein kompletter Wandertag stand bevor, ohne zu wissen, was uns landschaftlich wie auch vom gemeinsamen Tempo her erwarten würde. Und doch waren es angenehme Momente beim ersten Frühstück, sitzend auf den Isomatten zwischen unseren Zelten, und den direkten Blick auf das blaue Wasser. Das mal wieder herzhafte erste französische Baguette Traditionell, das rauschen des heiß werdenden Kaffeewassers auf dem Gaskocher, sowie der Raum an Schatten, welchen wir von den umliegenden Kieferbäumen noch für eine gewisse Zeit nutzen konnten, all das brachte einen leichten Einstieg in den Tag.

Es war soweit, mit leichten Gepäck inklusive Proviant und Wasser ging es am unteren Ausgang direkt am Wasser entlang zur Bushaltestelle am Kasino. Wir kamen an kleinen felsigen Buchten vorbei, wo wegen Ebbe kaum Wasser zu sehen war. Am Hauptstrand angekommen sah man schon erste Personen, die ebenfalls auf den Bus nach „Paimpol“ warteten. Auch hier sei angedeutet, das es schon ein wenig Pflicht ist, den geplanten Bus pünktlich zu nehmen, da es zusätzlich bis auf Schulbusse kaum noch Möglichkeiten am Tag gab. Wieder mal wie nach dem Vortag in „Saint-Brieuc“ schaute mich Nina verdutzt an, als ich Fahrkarten kaufte und sie mir Geld reichen wollte und ich dies erst einmal ablehnte und auf später verschob. Nun, wie schon oft erwähnt, es sind in Frankreich keine Unsummen wie in der Heimat. 2,- Euro, oder auch schon mal 2,50€, damit fährt man in den Regionen weit übers Land, bis tief in die Städte hinein.

Irgendwann kam an der Landstraße die für uns passende Haltestelle. Von der ging es auf Asphalt an Wald und Wiese vorbei zum nächsten Badeort. Dort, am „Plage de Brehec“ sollte es losgehen, eben in Richtung „Saint-Quay-Portieux“ zu unserem Zeltplatz. Laut Routenplaner waren zirka 16 Kilometer in einer Zeit von etwa 4 Stunden angegeben.

Bevor ich mit der weiteren Erzählung weiter mache, muss ich zu Nina folgendes bemerken und erklären. Wir kennen uns viele Jahre von daheim mit vielen gemeinsamen Spaziergängen auf vielen verschiedenen Wegen im Bergischen Land. Davon gibt es reichlich viel an Strecken mit Begleitung ihrer Hunde. Nach Erzählungen und Bildansichten fragte sie mich eines Tages nach dem Tod ihrer alten treuen Hündin Any, ob ich es mir vorstellen könnte, das sie mich auf eine der Touren in die Bretagne begleiten könnte. Zum einen als Programm ihrer Trauerbewältigung in der damaligen Zeit, und um selbst einmal Erkenntnisse des Touren im Ausland und auf Wanderstrecke zu sammeln.

Uns war beiden grundsätzlich klar,

-das sie zum ersten Mal eine Fernreise mit einem Reisebus über 20 Stunden antrat,

-das sie zum ersten Mal längere Zeit über Tage an der Küste zelten würde,

-das sie bis auf längere Spaziergänge noch keine längeren Wanderungen tätigte, wie dort mit den recht hügeligen Etappen.

Es kam viel zusammen, was sie zum ersten Mal probieren wollte, und die Anfrage nahm ich ohne zögern an, da ich ihren Willen kannte. Dementsprechend gab es auch problemlose Planungen ohne wirklich übertriebene oder ängstliche Fragen. Für mich war es wiederum ein weiteres Lehrstück nach der Mitnahme meiner Tochter, ein weiteres Mal für zwei Personen zu planen, zu organisieren und Wege so zu finden, die gemeinsam machbar sind. Gerne wollte ich meine bunte Welt teilen und jemand weiteren aus der Heimat zeigen und vorstellen, aber ich wollte es auch so gestalten, das die Person wieder zufrieden zu Hause ankommt und mich nicht zum Teufel jagt, weil alles unangenehm und zu anstrengend war.

Ausgestiegen aus dem Bus ging es noch eben in die kleine Kirche „Saint Loup“ am Wegrand hinein. Eine wahrlich schöne und kleine Stätte mit alter Steinkunst. Am Strand von „Brehec“ nutzten wir noch eben jeweils die Pinkelpause, und dann ging es hinauf per steilen Weg und Treppe, um auf den gewünschten Wanderweg zu starten. Während unter uns viele Menschen ihren Spaß am Strand hatten, sollte für uns die mühselige Wanderung beginnen. Doch wo sollte es weiter gehen nach dem Aufstieg? Rechts entlang gewiss nicht, doch geradeaus oder links? Mir waren die Zeichen nicht klar und so fragte ich mit englischen Wortbrocken eine uns entgegen kommende Frau mit Kind an der Seite. Wir merkten ihre Verunsicherung, das sie auch nicht mit den Wegdeutungen klarkam. Es dauerte, bis sie verstand, das wir nach dem Einstieg des Zöllnerpfads suchten. Was folgte, war Slapstick pur, denn als ich Nina auf Deutsch irgendetwas sagte, fing die Frau an zu lachen und entschuldigte sich leicht schwäbisch, das sie es mit ihren Deutschkenntnissen einfacher hätte zwecks antworten. Eine dort zugezogene auf dem Weg zum Strand.

Wir probierten es mit einer Richtung aus und waren auch schon auf dem richtigen Weg. Die dann zweite Bucht mit vielen felsigen Möglichkeiten zum sitzen, nutzten wir für unsere erste Rast. Ein schöner Platz, wo man auch länger hätte verbleiben können.

Der nächste Anstieg wartete schon, und dort oben angekommen konnten wir bildlich erahnen, was noch vor uns lag. Eine Bucht nach der anderen mit immer wieder ins Wasser ragende Riffs waren kilometerweit erkennbar. Dazu auf den Höhen immer wieder weites Grün vieler Sträucher und Farne. Der Weg hat uns dann auch einiges abverlangt, da es immer und immer wieder auf und abging.
Die erste große sandige Bucht kam erst nach einigen Kilometern. Es war der „Plage Bonaparte“, welcher viele Menschen anzog, die bei Ebbe den weiten Strand nutzten. WC und Pause nutzten wir dort, denn in der Mittagssonne kostete es Kraft entlang der Küste mit den höchsten Klippen weit und breit. Um die Tour interessanter und einfacher zu machen, entschied ich, das wir weiter unten blieben, um mit dem überwinden einiger felsiger Riffs zum nächsten Strand das Stück an Höhenweg einzusparen. Leider war dies eine falsche Prognose, da auf der anderen Seite das Wasser noch zu hoch war. Wir mussten leider bis zum Wegaufstieg wieder umkehren.
Ganz nebenbei bemerkt, wir befanden uns auf dem höchsten Weg entlang der Bretonischen Küste. Dieser Weg bei Plouha ist einzigartig und geprägt von vielen Aufs und Ab. Leider verpassten wir den kleinen Port Gwin Zegal. Dieser ist berühmt für die kleine runde Bucht und den tief im Boden gerammten Holzpfähle, woran Boote befestigt werden können.

Für mich als gewohnter Wanderer auf solchen Strecken war es einfacher wegzustecken als für meine Begleiterin. Sie war es nicht gewohnt, wollte aber immer jegliches Tempo mithalten, was sich dann auch im Verbrauch des Trinkwassers auswirkte. Meine Dosierung war knapper und sparsamer, da ich auf Strecke meist viel für den Schluss aufbewahre, falls es unterwegs keine Möglichkeiten zum auffüllen gibt. Zwar erkannte ich im Routenplaner eine weitere Bucht mit Gastronomie, aber überrascht wurden wir noch einmal, als es für eine weitere Strecke noch einmal tief landeinwärts ging, und wo dieser Verlauf gegenüberliegend noch einmal steigend bewältigt werden musste. Natürlich entstand unterwegs auch ein wenig Kopfkino, da ich immer wieder beruhigend einwirken musste, was noch an Weg bevorstand. Bin ich allein unterwegs mit unübersehbaren Handicaps, kann ich mich mit all meinen erlebten Erfahrungen beruhigen und Geduld ausüben. Im Duo mit einer weiteren Person, für die es ungewohnt und heftig bezüglich der Hitze und des nachlassenden Proviant werden könnte, ist es schon eine andere Aufgabe bezüglich der Verantwortung. Zumal ich bei der Heimkehr lieber mehr Lob als Kritik erwarten wollte.

Es kam nach langer Strecke eine sehr steile und schmale Treppe, wo es in der dortigen breiten Bucht voller Menschen war. An beiden Bars gab es leider nichts warmes mehr zu essen, es war schon früher Nachmittag. Die Hauptküche war jeweils geschlossen, was blieb waren die einfachen Dinge wie Süßspeisen, Crepes und Gallets. Es war zwar nicht wirklich sättigend, aber hilfreich waren die vielen Getränke, die uns zur Verfügung standen. Als wir wieder aufbrachen war uns klar, das wir noch einmal Gas geben mussten, um wenigstens noch nach der Heimkehr am Campingplatz das Zeitfenster offen zu haben, wenigstens die übrig bleibende Nahrung, sprich goldbraun gebrannte Pommes zu bekommen. Bis auf unseren Frühstücksproviant hatten wir nicht weiter vorgesorgt, da wir eigentlich eine Mahlzeit  unterwegs einnehmen wollten.

Noch einmal fanden wir wie zum Anfang nicht die richtige Wegweisung, weswegen wir zusätzlich wegen des Verlaufen viele Schritte entlang einer Hauptstraße gehen mussten, und so dann auf 23 Kilometer Wegstrecke kamen. Zumindest zum Schluss kamen wir wieder auf den gewohnten Pfad und neben dem Platz mit unseren Zelten heraus. Fix und Foxi schlichen wir zum Eingang und rissen gierig in der Rezeption den Kühlschrank auf, um uns neben der ergatterten Pommes mit eiskalten grünen Dosen, sprich Heinecken-Bier, einzudecken.

Nach diesem Kraftakt an Wandertag bei üppiger Hitze entschlossen wir einen Break zu machen, und aufgrund der schönen Lage des Campingplatz „Camping Bellevue“ dort die weiteren zwei Tage zu bleiben. Was dann anlag, waren kurze Trips um „Saint-Quay-Portrieux“ und eine Tagestour nach „Paimpol“. Tatsächlich für mich auch einmal Zeiten mit Strandfeeling. Nina schaffte es tatsächlich, das ich bei aufkommender Flut zum zweiten Mal auf meiner gesamten Tour mit ganzen Körper ins Wasser zum schwimmen ging. Diese schmale enge felsige Bucht unterhalb des Camping-Platz lief in der Flutphase so hoch an, das kein klettern über große Steine nötig war. Mit ihrem blauen Sportanzug gab es immer wieder Anfeuerung, bis ich endlich im Wasser war und einige Meter schwamm.

Die coole Stimmung setzte sich in den kommenden Tagen weiter fort. Nach einer kurzen Tour lernten wir auf dem Zeltplatz viele weitere nette Menschen kennen, wie Jürgen aus Mainz und Osamb...aus Paris. Jürgen war mit dem Fahrrad unterwegs, auf dem dafür eigens präparierten Fernradweg, später wohl weiter bis nach Portugal. Der junge Mann wanderte durchs Land und auf einmal war hier und da Leben und gute Stimmung auf unserer Campingetage, wo Jürgen zwischendurch auch einmal seine kleine Trompete für eine musikalische Darbietung herausholte. Und es kam dazu, das ich zum ersten Mal in meinem Leben bei anhaltender Hitze hörte, wie Kiefernzapfen bis in den späten Abend laut knallten, da sich deren Körper von der täglichen Hitze ausdehnten und damit rissen.

Ja, wir hatten einen Traumplatz gefunden, der bezüglich Schönheit, Lage und Besitzer mit ganz oben auf meiner gesamten bisherigen Tour steht.

Es war ein magischer Ort, der später bei einer weiteren Tour noch einmal eine Rolle spielen sollte.

Auf der Rückfahrt erlebten wir, beziehungsweise ich zum ersten Mal, das es mit der französischen Bahn Probleme gab. Nicht wegen deren Schuld, höhere Gewalt war ausschlaggebend. Da es vor „Rennes“ an der Zugstrecke brannte, musste unser Zug des Anbieters „BreizGo“ an einem kleinen Ort stehen bleiben, wo wir erst nach Stunden mit Verzögerung und in der Hitze wartend mit Ersatzbussen in „Rennes“ ankamen. Somit war der gebuchte Fernbus nach „Paris“ schon weg, und es musste eine Alternative her, um noch rechtzeitig am Abend in „Paris“ anzukommen, da es dort mit dem Reisebus nach „Köln“ weitergehen sollte. Es gab nur eine Möglichkeit. Und die war teuer, aber schnell. Es gab tatsächlich noch zwei restliche Tickets für den TGV, dem französischen Schnellzug nach „Paris“. Premiere für mich, um in schnellen zweieinhalb Stunden die Strecke zu fahren. So schnell sah ich noch nie aus dem Fenster Getreidefelder an mir vorbei huschen. Es war eine beeindruckende Zugfahrt bezüglich des Fahrkomforts. Für Unwissende, in der Regel sind diese Fahrten recht teuer, es sei denn, man plant im Voraus und findet wenige aber ähnliche Fahrten schon mal zwischen 15-50 Euro. Fahrten mit dem TGV INOUI oder OUIGO gehören zu den beliebtesten Reisearten durchs Land, weil meist zuverlässig und pünktlich.

In „Paris“ in „Monparnasse“ angekommen, hatten wir noch einmal einen filmreifen Auftritt, der bildlich leider nicht festgehalten wurde. Nach dem Zeitvergleich mussten wir unbedingt eine der nächsten U-Bahn Verbindungen nach „Bercy“ bekommen. Ein für uns fremdes Bahnhofsgebäude wo wir ohne Frage drei Etagen tiefer gehen mussten. Mit schnellen Schritten kamen wir Fremdlinge zum Schalter und uns war bei den vielen Angeboten an U-Bahnen nicht klar, welche wir nun nutzen mussten. Nach einem Tipp vor Ort und lösen der Fahrkarte (2,50€) mussten wir durch Schleusen zum Bahnsteig gehen. Wir kamen mit einfachen durchgehen der Schleusen am U-Bahnbahnhof nicht direkt durch. Unser Gepäck war zu breit, ich zwängte mich mit Gewalt durch, Nina musste zurück, da sie ein Sicherheitsbeamter mit viel murren dann durch eine alternative Tür führte. Wir erreichten gerade noch die U-Bahn, mit der es durch halb Paris ging. Die passende Station in „Bercy“, wo wir aussteigen mussten war mir noch unbekannt. Es war eng, die Bahn war voll. Das Schwitzwasser lief nur so im Gesicht und Körper herunter. Wir hielten uns bei der schnellen Fahrt an einer Haltestange fest, und bei jedem drehen mit unseren breiten Rucksäcken samt Isomatte und Zelt stießen wir an anderen Personen an. Endlich, ich erkannte die Seine-Brücke und zum Glück erwischten wir den richtigen Bahnhof und waren pünktlich in „Bercy“ am Busbahnhof, wo dann zeitlich gerade noch ein paar Minuten mit Pause möglich war.

Bewegende Tage einer mal ganz anderen Tour entlang des GR34 waren damit vorbei, und ja, den gedanklichen Stempel an Zufriedenheit wegen der Tour, Planung und Erlebnissen bekam ich dann auch noch.




Wie sonst auch, Start in Leverkusen am Bussteig des Flixbus




Auch das Frühstück, wie gehabt nach der Ankunft in Paris im Parc de Bercy


Bei der Ankunft in Rennes lustige Mitfahrer am Bord



                   
                         Michael Jackson, oder doch meine Begleiterin?



Willkommen in der bretonischen Landeshauptstadt


Man grübelt bezüglich der fremden Welt.



Traum Blick vom Campingplatz Bellevue in Saint-Quay-Portrieux







Plage Bonarparte


Port Gwin Zegal





                                        
                                     
                                          Blick auf dem Campingplatz Bellevue
      
I'le de la Comtesse











Paimpol

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