GR34meinbunterWeg Tour mit Begleitung Teil 1 mit Julia
Bevor es wieder mit vielen Etappen weiterging, kamen zwei Touren hinzu, wo mich unterschiedliche Menschen zu verschiedenen Zeiten begleiteten. Zuerst war es meine Tochter Julia. Anstatt eines materiellen Weihnachtsgeschenk lud ich sie ein, eine kurze Teilstrecke bei Saint-Malo mit mir noch einmal zu gehen, da es oftmals in mir brannte, die dortige Gegend mit Strecke, Wege und Eindrücke mit jemanden zu teilen. Julia hatte direkt nach meiner Anfrage und dem Vorschlag Interesse auf das Projekt. Unklar war wann und wie lange. Die spätere Entscheidung, das es lediglich an einem verlängerten Wochenende sein würde, war nun nicht so befriedigend, aber egal, die gemeinsamen vier Tage mit den An-und Abfahrten waren meinem Empfinden nach mit die schönsten, die wir auf einer gemeinsamen Tour erlebten. Wenn das Leben so bestimmt ist, das familiär gemeinsame Freizeiten im Alltag selten stattfinden, können Fahrten wie diese besonders wertvoll sein. Nicht immer gab es in den Tagen prickelnde Momente, denn so waren Wettererscheinungen mit starker Hitze, sowie heftig anhaltende Gewitter zum Abschluss Begleiterscheinungen, die unsere Tourpläne etwas veränderten. Julia durfte ich als glänzende Verstärkung wissen, die tapfer die Situationen wie sie kamen, mitmachte und hier und da in für mich überforderten Momenten eine gedankliche Stütze und Hilfe war. Es machten sich Unterschiede zu den Touren auf, wo ich allein unterwegs war. Als ich zum Zeitpunkt X von beiden Mitfahrern wusste, war ich stolz über die Aufgabe, das bretonische Programm für zwei verschiedene Menschen zu organisieren. Denn ich musste für die jeweilige Person angepasst die Touren sowie An- und Abfahrten bis ins Detail voraus planen. Es sollten wegen der langen Fahrdauer angenehme Bustransfer sein, hin wie zurück, und dazu passende angenehme Wanderstrecken samt kleinen örtlichen Hotspots. Für mich allein eine Tour zu organisieren ist die eine Sache, einen Reiseablauf für zusätzliche Personen zu planen ist eine Herausforderung. Denn wichtig war für mich, das keiner unzufrieden nach Hause kommen sollte. Daher war ich im Vorhinein wie auch zu Beginn schon recht nervös, ob auch jedes nötige Detail klappt. Und schwupp, auf einmal war ich ein Stück Reiseleiter zwecks organisieren und beantworten vieler Fragen. Beide, so kurz hintereinander mit mir auf Tour gewesen, waren damals nach der Heimkehr zufrieden, und jeweils kam die Antwort, das es bei passender Möglichkeit nicht das letzte mal gewesen sein soll. Manchmal trauerte ich darüber, das es nicht eine, oder zwei gemeinsame Wochen waren, in einer Welt, die ich gerne noch weiter vorgestellt und gezeigt hätte.
Treffpunkt und Abfahrt war damals in Oberbarmen. Juli kam mit lockeren Gang zum Bahnhof. Ungewohnt breit wirkte sie mit dem recht gefüllten Rucksack. Es ging als erstes nach Leverkusen, wo der Nachtbus in Richtung Paris startete. Obligatorisch davor die Abschiedsspeise Curry/Pommes beim nahen Bahnhofimbiss, und dazu das letzte deutsche vollmundige Bier, da mir französisches Flaschen- oder Dosenbier nicht schmeckt. Bei der Abfahrt war es noch ungewohnt, aber sehr angenehm, das man jemand Vertrautes neben sich sitzen und zum sprechen hatte. Als der Bus am frühen Morgen „Paris“ erreichte, führte uns der Weg in den nahen „Park de Bercy“, wo gewohnheitsmäßig die blaue Parkbank von früheren Touren zum frühstücken aufgesucht wurde. Kleines Frühstück und Kaffee mit gekochten Wasser vom Gaskocher. Bei feinem sonnigen Pariser Morgenwetter umgeben von viel Grün und lauten Vögeln, so lässt es sich immer wieder angenehm dort auf den nächsten Bus warten. Es gibt ein WC in der Nähe, welches morgens vor Parköffnung gereinigt wird. Bei meinen jeweiligen Touren nutzte ich dies oft vor vielen anderen Fahrgästen, somit konnte ich mit entsprechender Körper- und Zahnwäsche erleichtert den weiteren Tag angehen.
Doch dann war für kurze Zeit Schluss mit lustig, es kam der große Schock bezüglich unserer Anmeldung an der Rezeption. Uns wurde erklärt, das für das komplette Wochenende der gesamte Platz bezüglich kultureller Veranstaltungen in der Stadt ausgebucht wäre. Und es gab keine Ausnahmen. Weit und breit war es der einzige Camping-Platz und es gab wegen einer großen Musikveranstaltung schon im Vorfeld viele Reservierungen. Vorbei war damit mein Traum und Plan, um auf einfachen Wanderstrecken Juli die Küste von „Cancale“ nach „Saint-Malo“ zu zeigen. Bei aller Planung, ich hatte mit einer solchen Situation nicht gerechnet. Und bei der strengen Ansage der Leitung musste ich nach einer Alternative suchen. Denn wenn es auch selbst aus finanziellen Gründen nicht ins geplante Budget passte, war mir klar, das weit und breit gewiss Hostels ebenfalls ausgebucht waren. Nach kurzem überlegen fiel mir als nächstes die Station in „Lancieux“ ein. Wir packten alles zusammen und machten uns auf den Weg. Vom Hafen aus gab es preiswerte Bootstransfers, somit kamen wir recht zügig in „Dinard“ an, wo wir den mir schon bekannten wunderschönen Küstenweg entlang der Steinwände gingen. Die Überfahrt bei tollen Wetter über das blaue Wasser auf einem so kleinen Boot war schon toll. Für mich Premiere, denn somit war ich zum ersten Mal auf bretonischen Wasser entlang der Küste unterwegs. In „Dinard“ angelegt liefen wir nach durchgehen der engen Gassen am Hafen direkt zum Tourismusoffice. Natürlich wollte ich sicher gehen, das unser Ziel, der Camping-Platz in „Lancieux“ geöffnet ist, dazu nahmen wir direkt Busfahrpläne mit, um für die Rückfahrt wenige Tage später gewappnet zu sein.
Für ihren recht schmalen Körperbau war sie ganz schön fit, um mir anfangs zügig mit dem großen Rucksack zu folgen. Und wieder ging es wie im Spätsommer ein Jahr davor über den schmalen betonierten Weg entlang der kurvenreichen Küste. Noch einmal erlebte ich diesen einzigartigen Weg in Richtung Westen mit den traumhaften Farben des Wassers, und den hohen über uns liegenden Felsen, worauf manch prunkvolle Villa im Jugendstil stand. Mit jeden Schritt und weiterer Gehzeit merkten wir den Anstieg der Temperaturen, obwohl es hier direkt am Wasser kühler als einige Meter weiter entlang der Straßen war. Schmale Sandwege mit stetigen Auf und Ab folgten, bis wir nun schon recht schwitzend zur gewünschten Bucht kamen, wo ich schon einmal zeltete, und eigentlich damit rechnete, das wir dort bei kühlenden Getränken pausieren konnten. Vielleicht war es noch zu früh am Tag, oder wir waren saisonal zu früh vor Ort, auf jeden Fall war die sympathische Gastronomie dieses Mal geschlossen.
Am gefüllten Strand gab es lediglich an einer Mauer Platz mit zirka einen Meter Schatten, wo wir uns für einige Zeit platzierten. Kühl war es nicht gerade, doch die Pause mit Getränken und Kekse tat gut. Für mich als Verantwortlicher war in kommenden Momenten nicht zum Spaßen zumute, denn Julias roter Kopf und die Situation, das wir mit dem gesamten Gepäck noch lange nicht am Ziel waren, versetzte mich zum ersten Mal entlang meines bunten Wegs in andere Gefühlslagen wie sonst. War ich bislang für mich allein verantwortlich, musste ich nun schützend anders agieren für jemand Zusätzlichen.
Warum musste es in diesem Jahr schon so früh so heiß sein? Es gab vereinzelt Prognosen mit über vierzig Grad entlang der Küste. An dem Tag sollten die Wetterprognosen wohl wahr bleiben. Natürlich habe ich immer irgendwie einen Alternativplan für egal welche Vorkommnisse, aber nachdem nun schon das Highlight der Küste um „Cancale“ nicht realisiert werden konnte, würde leider auch noch einer der bisher schönsten von mir gegangenen Strandwege um „Saint-Lunaire“ wegfallen, weil ich eine harte Entscheidung und Empfehlung treffen musste.
Es gab wieder eine kleine Pause hinter der Brücke, und nach weiteren Schritten in einer Kurve das gleiche. Diesmal endlich im Schatten einer Hecke. Dazu saures aus der Haribotüte. Die Stimmungsmacher in Form von Fruchtgummi taten gut. Beide Rucksäcke lagen im Graben vor uns. Ich wusste, es kann nicht mehr weit sein bis ins Stadtinnere und dem dahinter liegenden Camping-Platz. Aber wie es meist so ist, mit vorhandener Körperschwäche wird der Weg immer länger. Wir folgten der Straße zum Ortsanfang. Die Häuser und Grundstücke wurden mehr.
Mein Unmut wurde größer, da ich noch lange nicht die Kirchturmspitze sah. Ich erinnerte mich daran, auf anderen Wegen gute Erfahrungen gemacht zu haben, nachdem ich ein kurzes Gebet gen Himmel aussprach. Was ich sonst unterwegs allein gehend zum hören laut aussprach, betete ich nun leise zu mir, damit sie nichts davon mitbekam.
Noch einige Schritte gingen wir, eine weitere Kurve, eine weitere Gerade.
Dann war es soweit. Damit sie auch das nicht hörte, freute und lachte ich tief im Inneren. Der Kirchturm war endlich in Sichtweite. Die Freude war groß.
Es war einfacher für mich, da ich wusste, das wir es bald geschafft hatten. Dort vorbei an der Kirche würde es leicht bergab durch eine größere Siedlung zum Campingplatz gehen.
Zwar selbst erschöpft und total am Ende vom dauernden Sonnenschein und der dauernden verdeckten Kontrolle, ob es ihr gut geht, stoppte ich, und zwang sie, mir für die letzten Schritte ihren Rucksack zu geben. Julia bekam meine Tasche mit dem Proviant, und mit nun zwei mit Ausrüstung beladenen Rucksäcken tragend ging es für mich die gedanklich nicht endende letzte viertel Stunde über den Bürgersteig bis zum Zeltplatz und zur Rezeption. Kein Plan, wie ich beide schwere Rucksäcke weiter trug. Aber vielleicht waren es die anderen schweren Wege bislang, die ich entlang der Küste ging, und daraus die nötige Kraft schöpfte.
Wie beim ersten Mal, wo ich an diesem Campingplatz ankam, saß der charmante junge Mann hinter der Theke und erinnerte sich an mich. Meine Daten waren im Rechner schnell gefunden, und tatsächlich bekamen wir den kleinen Bereich nahe der Hecke zugeteilt, wo ich schon einmal mein Zelt aufbaute. Und das genau da, wo ich mir am damaligen letzten Abend viele Gedanken bezüglich der Busfahrerin machte, die wegen mir zwecks Ausstieg eine nochmalige Runde durch „Lancieux“ fuhr, da sie vergaß an der regulären Haltestelle anzuhalten.
Das wir uns so quälend dorthin bewegen mussten, tat mir sehr leid. Zumal wir wie angedeutet nicht viel Zeit für unsere gesamte Tour hatten.
Man merkt es auch an den sanitären Bereichen, wo die Hälfte der Gebäude geschlossen bleiben. Dementsprechend kann es vorkommen, das die WC's und Waschräume gemischt genutzt werden müssen, wie auch Serviceräume mit Waschmaschinen oder Küchenbereiche nur gering geöffnet sind, um so Wasser wie auch Reinigungskräfte einzusparen. Aber das sind Kleinigkeiten, an die man sich gewöhnen kann. Nach unserm Imbiss nutzten wir die restliche Zeit bis zum Sonnenuntergang nahe dem Wasser und sahen dabei zu, wie viele Familien am Strand aktiv waren oder ähnlich wie wir das ruhen bevorzugten. Es war Wochenende, wo viele vom Landesinneren kamen, um die eigene oder angemietete Ferienwohnung zu nutzen.
Die Sonnenkraft war am nächsten Tag beim Frühstück schon recht heftig. Wir zogen zur Nachbarparzelle, und saßen mit unserem Kaffee und Baguette im Schatten einer Hecke. In dieser frühen Jahreszeit sind noch viele Senioren mit ihren Campern unterwegs. Neben der Gemütlichkeit im großen Klappstuhl genießen sie die Zeit, um an der nahen Kochfläche ihre bretonische Spezialität vorzubereiten. Fast überall bereiten sie mit Kräutern kochend in großen Töpfen ihre Mahlzeit vor. Irgendwann wird dazu ein großer Behälter hervor geholt, in dem Muscheln enthalten sind. Diese Prozedur wiederholt sich an fast jeden Ferientag, wo man sich je nach Ebbe mit Schaufel und Eimer bewaffnet, um zum Strand zu gehen, und dann nach Muscheln zu suchen.
Im Gegensatz zu „Saint-Malo“ gab es dort in „Lancieux“ nichts an Sehenswürdigkeiten, daher zogen wir es vor, einige hundert Meter entlang des Küstenwegs zu gehen, um dann irgendwo eine ideale Stelle zum Strandbaden zu finden. Kleine felsige Buchten säumten den Weg, welche aber nicht angegangen werden konnten, da jeweils das Wasser noch recht hoch war. Es dauerte eine knappe Stunde, als wir an einem Sandstrand Platz an einem größeren Felsen fanden. Es wurde dementsprechend ein ruhiger Strandtag mit Blick aufs Wasser, wo merkbar schnell das Wasser zurückging, und die Bademöglichkeiten bezüglich der Strömungen unkalkulierbar waren. Zurück ging es direkt am Wasser, wo schon viel Sand und viele Felsen im Freien lagen. Und tatsächlich trafen wir unterwegs unseren älteren Nachbarn, der mit einem Eimer auf Muschelfang ging, und somit Vorsorge für die nächsten Mahlzeiten traf.
Wir wollten es uns am Abend einfacher machen. Anstatt Unklarheiten auf einer für uns unverständlichen Speisekarte zu haben, zogen wir es vor, an einer am Stadtrand vorhandenen Möglichkeit jeweils eine Pizza zu essen, welche von den Bezeichnungen gewiss verständlicher waren. Trotz Tisch und Sitzflächen im Außenbereich hatte man mehr den Eindruck, das der Besitzer Pizzas nach telefonischer Bestellung zum abholen fertigte.
Wir hielten es dort nach dem Essen nicht lange aus. Der Küstenwind nahm zu, so, das es merklich kühler wurde. Nach der Hitze am Vortag war es tagsüber recht schwül, und zum Abend mit absteigenden Temperaturen ungemütlich. Als wir wie am Vorabend zum Strand kamen, war es viel leerer und bei gefühlten heftigen Windböen waren die Surfer in der Mehrzahl. Wir gingen zum Zeltplatz, denn bezüglich vieler Wolken machte es am Strand keinen Sinn. Etwas Regen kam auf und wir nutzten die wenigen überdachten Sitzgelegenheiten an einem Tisch vor der Rezeption. Mit einer Flasche Rotwein wollten wir so die restliche Zeit verbringen, bevor es in den Schlafsack gehen sollte, und am nächsten Tag zurück nach „Paris“.
Es dauerte nicht lange, wo eine weitere Person bei uns am Tisch saß. Ein sportlich wirkender Typ, gerade vom Strand kommend, mit dem wir locker ins Gespräch kamen.
Spätestens gegen 00.00h wurden wir mit Gewitter und andauernden Regen wieder eingeholt. Es schüttete, ich wurde nervöser, da ich nicht einschlafen konnte. Ich bekam vermehrt den Eindruck, das mein Zelt wohl hier und da undicht war. Für ein günstiges Ein-Personenzelt hatte es nun schon viel mitgemacht, aber dort in der Nacht war es sehr unpassend, falls es beschädigt worden wäre. Auch hier sei bemerkt, das ich alleine mit diesen Problemen gedanklich besser klarkomme, als wenn mit Begleitung und verantwortlich.
Was tun? Im Nebenzelt schlief Julia wohl recht tief und bemerkte vom ganzen nichts. Neben uns war ein kleiner Neubau, der wohl einen kleinen Aufenthaltsraum hatte, der bei meiner Anwesenheit noch nie genutzt wurde. Dieser war zwar verschlossen, aber der Eingang dazu hatte einen überdachten Trockenbereich. So schnell wie ich bei dem starken Regen konnte, trug ich meine Sachen dorthin. Danach versuchte ich im ausgelegten Schlafsack noch die übrige Zeit von zirka zwei Stunden zu schlafen, aber viel wurde daraus nicht. Da es einen Bewegungsmelder über der Tür gab, ging zwischendurch immer wieder das Licht an, sobald ich mich bewegte. Ich sendete noch eine Nachricht an Julia, das sie nicht erschrecken sollte, wenn sie aus ihrem Zelt kommen würde, und das ich etwas früher unseren Weg am Morgen zurück gehen wollte. Es sollte am Morgen laut Wetterbericht phasenweise trocken sein.
Regen, durchnässte Materialien, der weite Fußweg nach „Saint-Briac-sur-Mer“, kein Frühstück, ohh was hatte ich mich dafür gehasst, Julia einen solchen Tourabschluß am frühen Morgen zu bieten.
Und, da war sie wieder diese Ruhe, diese innere Einkehr beim marschieren entlang der Landstraße. Jeder war ruhig und still. Meine zwischenzeitlichen Fragen, ob alles ok und gut sei, beantwortete sie immer wieder mit einer wohl tuenden Freundlichkeit. Meine Tochter und ich, beide schwer bepackt im Regen mit disziplinierten Tempo und dem Ziel und Muss, pünktlich zu sein. Und was ich einfach toll fand, das war dieser Zustand ihrer Geduld, ihrer Ruhe und Disziplin, ohne ein Stück nervös und jammernd zu wirken.
Als wir über die Seebrücke gingen und uns dem Zentrum näherten, gab es einen kurzen Zeitvergleich. Wir lagen sehr gut in der Zeit. Im Ortskern besorgte ich in einer Bäckerei einen frischen Kaffee und Croissants, doch wir mussten schnell weiter, da wir uns bezüglich der Straßen nicht auskannten. Ich wusste zwar, in welche Richtung es ging, doch immer wieder mussten wir quere Gassen mit einbeziehen und durchgehen. Etwas nervös werdend fing ich an zu fluchen, denn es waren dann doch nur noch wenige Minuten bis zur Busabfahrt.
Es kam an einer Hauptstraße in Sichtweite die gesuchte Haltestelle, wo wir pünktlich ankamen. Was dann aber für längere Zeit fehlte, war der Bus. Wieder musste ich im Stillen fluchen und wusste nicht wie ich mich verhalten sollte. Nochmals bemerkt, ich war nicht alleine und musste für zwei Teilnehmer planen und organisieren. Wenn etwas mit den nötigen Fahrten schief gehen würde, dann wären zwei Personen davon betroffen. Ungewohnte Situationen, die für mich neu waren. Denn in Erinnerung hatte ich viele vergangene Touren entlang der Küste, wo mir vieles egal war, und sie trotzdem klappten. Immer, egal was an negativen Momenten vorhanden war, meine Laune war grundsätzlich gut. Aber, es fehlte phasenweise die gewohnte Lockerheit, vielleicht war es mitunter Angst, falsch zu organisieren und zu handeln.
Danach klappte fahrplanmäßig alles bis zur Ankunft daheim. In „Saint-Malo“ saßen wir bis zur Abfahrt wie viele andere im Bahnhofscafe, alle wie auch wir irgendwie mit feuchter Kleidung und Gepäck. Später auf der Busfahrt nach „Paris“ kam relativ gutes Wetter hinzu, aber dort bei der Abfahrt mit dem Fernbus erlebten wir noch einmal einen Mix aus Gewitter, schwarzen Wolken und Blitzen über der Stadt.
Schweren Herzen musste ich sie am kommenden Morgen nach Hause gehen lassen. Es war so schön nach langer Zeit mal wieder gemeinsam unterwegs gewesen zu sein. Ein zwar kurzer Traum, aber es machte auch viel Freude, zum ersten Mal jemanden meinen bunten Weg zu zeigen.
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| Schmale Gassen in Saint-Malo |












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