Freitag, 27. Dezember 2024

GR34meinbunterWeg, Tour mit Begleitung, Teil 2 mit Nina

GR34meinbunterWeg Tour mit Begleitung, Teil 2 mit Nina

Die später folgenden Tage mit Nina waren ähnlich organisiert, Anreise über „Paris“, dann in „Saint-Qay-Portrieux“ zelten und zumindest einen vollen Wandertag unterwegs sein, allerdings mit einem Tag mehr zwecks Aufenthalt. Wir reisten über „Rennes“ nach „Saint-Brieuc“, und von dort aus mit dem Linienbus nach „Saint-Quay-Portieux“.


Blick auf den Felsen, wo jeder Tag mit Blick in die Ferne beendet wurde


Ich versprach einen hervorragenden Campingplatz, den ich im Internet fand, und der von der Optik her wie eine Terrasse direkt am Meer angelegt war. Mehr wusste ich nicht, bis auf die Tatsache, das wir zumindest eine volle Etappe entlang der höchsten bretonischen Küstenbereiche gehen würden. Auch an diesen Tagen war es sehr heiß, und wie bei der Fahrt mit Julia wurde ich auf den letzten Metern im Bus und Zug wieder nervös. 
Sobald ich die bretonische Gegend erreiche, fühle ich mich heimisch, und wollte wieder mit den Finger zeigend immer und überall einen Hinweis geben, wo ich schon war, und was ich dort erlebte. Allein als es mit dem Bus durch „Saint-Brieuc“ ging, bekam ich Wehmut bezüglich der Erinnerungen meines dreitägigen Aufenthalt vor Pfingsten dort. Denn ich war wieder dort, wo ich meinen Abschluss einer besonderen Tour fand. Dort in dieser für mich bunten Großstadt mit vielen freundlichen Bewohnern und der alljährlich stattfindenden Musikveranstaltung, dem ART-Rock Festival. Im Bus sitzend und hinaus schauend bemerkte ich, wie sich meine Augen mit Wasser füllten. Straßenzüge, Gebäude erinnerten mich sofort an das ereignisreiche Wochenende. Den Tränen vor Freude sehr nahe musste ich binnen einiger Minuten noch einmal begreifen, was ich seit Beginn dieser Wandertour erlebte, was ich organisierte und vor allem für mich tat. Ein wenig Traurigkeit war in den Minuten mit vorhanden, denn ich fragte mich, warum es erst so spät in meinem Leben dazu kam, das ich so zufrieden war.
Es war eine Zeit im Frühsommer, wo mir immer mehr bezüglich der vielen Ereignisse und Ansichten an der Küste die Überschrift von meinem bunten Weg im Inneren erschien, dementsprechend blieb es fortlaufend für mich der „GR34meinbunterWeg“.

Nach einer Busfahrt vorbei an Badeorten der „Baie de Saint-Brieuc“ ging es ungefähr noch zwanzig Minuten zu Fuß ab der Bushaltestelle, bis wir den Campingplatz erreichten. Und es machte wieder einmal „Bäng“. Wir durchliefen für kurze Zeit ein kleines Villenviertel, und vor uns war ein interessant gut aussehender Campingplatz Besitzer, der uns mit freundlichen Charme über den Platz begleitete, und den für Zeltfreunde vorgesehenen Platz vorstellte. Begleitende Hinweise nahmen wir in von ihm gut ausgesprochenen deutschen Sätzen entgegen. Dazu waren wir sehr beeindruckt bezüglich der Kulisse neben dem Platz. Das weite offene Meer mit phantastischen Ausblick, direkt von der Zeltkante aus, wobei unter uns weitere Etagen an Wiesenflächen wie eine Terrasse für weitere Camper vorhanden waren.

Bei der Einweisung unserer uns zustehenden Fläche wies Nina um nicht Missverständnisse aufkommen zu lassen direkt darauf hin, das sie separat in ihrem mittransportierten Zelt schlafen würde, wobei er ein leichtes Schmunzeln dazu ablieferte. Einfach charmant dieser Mann, wie auch seine Familie vor Ort, was wir an folgenden Tagen immer wieder erleben durften.

Es ging weiter mit dem Einkauf in einem nahen Supermarche und weiteren Gesprächen mit dem Hausherrn. Denn an der Rezeption gab es an jeden Abend zu gleicher Zeit herrlich angerichtete Pommes-Frites, die seine Frau goldig braun und gut gesalzen anbot. Auf Bestellung, was wir in folgenden Tagen auch nutzten wurden in einem dafür vorgesehenen Grill Brathähnchen angeboten. Diese mit angenehmen Kräutern gefüllt und gewürzt waren kaum mit unseren heimischen Hähnchen vergleichbar. Denn sie waren weitaus größer, und dies war auch auf vielen Märkten ebenso.

Vor der Rezeption und der kleinen Küche gab es eine kleine Bank mit Blick auf das Schwimmbecken für Gäste. Dort von der langen Anreise und dem Einrichten mit einem kühlen Getränk zur verdienten Ruhe gekommen, klopfte mir Nina auf die Schulter und stellte leise eine Frage ohne das es jemand hören sollte, die ich so nun auch nicht erwartet hätte, da ich seit vielen Touren mit dem angenehmen Verhalten vieler Franzosen und Bretonen vertraut war:

Was ist denn hier los ist, was ist mit den Menschen, warum sind die hier so anders? - und vor allem immer wieder, und warum?“
Seit „Paris“, seit dem Aufenthalt in „Rennes“, "Saint-Brieuc“ und nun dort hatte sie das Empfinden, das sie bislang fast nur freundliche und lachende Menschen antraf.
Ich verstehe das nicht, das ist so neu für mich, ...ich kenne zu Hause im Alltagsleben fast nur Menschen mit langen Gesichtern, mit dauernd meckernden Verhalten“, aber das was sie nun dort direkt am ersten Tag erlebte, das war schier unglaublich für sie.
Wieder konnte ich glücklich sein, einer von zu Hause vertrauten Person mein mittlerweile gewohntes Bild und Verhalten der dort lebenden Menschen zu teilen. 

Meer, überall Meer wo wir an diesem Ort so nah dran waren. Das erste kühle blonde Gesöff war leer, wo wir danach den Einstieg zu den Klippen mit breiten Blick aufs Meer suchten. Auch wenn wir diesen nicht sofort fanden, halb so schlimm, dementsprechend lernten wir etwas mehr die anderen Flächen des Campingplatz kennen. Es ging an einem kleinen Tor raus auf den Fuß- und Wanderweg, wo wir dann in aller Kompaktheit alles zusammen genießen konnten. Es war dort auf schmalen Pfaden ein Stück des GR34, bis wir weit über den mächtigen Felsen Blicke aufs Meer in Richtung Norden samt Sonnenuntergang sehen konnten. Zur anderen Seite um die dortigen Kurve die Bucht von „Saint-Qay-Portieux“ und in der Ferne die Küstenlinie zum „Cap Frehel“. Wieder überkam mich Stolz und eine Gänsehaut.

Es war eine landschaftliche Linie zu erkennen, wo ich vor wenigen Wochen noch unterwegs war, schwer bepackt mit meinem Rucksack und immer mit dem gefühlten Druck einer zu schaffenden Tagesetappe.

Wouw, ein Stück Natur in so geballter Form rundherum war schon angenehm und heftig zugleich. Neben im Gras bunt blühenden kleinen Pflanzen gab es kleine Felsen, auf denen man sich setzen konnte, um alles überblicken zu können. Auch wenn es in der folgenden Zeit der Dämmerung noch das ein oder andere kurze Gespräch vom ersten Tag gab, es waren dann die zeitlichen Räume, wo jeder für sich diesen Blick samt Farben aufnahm, dazu die Geräuschkulisse und dem Leben der heftigen Brandung an großen Felswänden.

Was folgte, war der anstrengendste Tag in dieser knappen Woche. Als der Führende und Planer der dortigen Tage musste ich am ersten Morgen schon etwas Druck machen. Das fordern vom Wecker stellen wie auch pünktliches fortkommen zum Linienbus war nötig, denn ein kompletter Wandertag stand bevor, ohne zu wissen, was uns landschaftlich wie auch vom gemeinsamen Tempo her erwarten würde. Und doch waren es angenehme Momente beim ersten Frühstück, sitzend auf den Isomatten zwischen unseren Zelten, und den direkten Blick auf das blaue Wasser. Das mal wieder herzhafte erste französische Baguette Traditionell, das rauschen des heiß werdenden Kaffeewassers auf dem Gaskocher, sowie der Raum an Schatten, welchen wir von den umliegenden Kieferbäumen noch für eine gewisse Zeit nutzen konnten, all das brachte einen leichten Einstieg in den Tag.

Es war soweit, mit leichten Gepäck inklusive Proviant und Wasser ging es am unteren Ausgang direkt am Wasser entlang zur Bushaltestelle am Kasino. Wir kamen an kleinen felsigen Buchten vorbei, wo wegen Ebbe kaum Wasser zu sehen war. Am Hauptstrand angekommen sah man schon erste Personen, die ebenfalls auf den Bus nach „Paimpol“ warteten. Auch hier sei angedeutet, das es schon ein wenig Pflicht ist, den geplanten Bus pünktlich zu nehmen, da es zusätzlich bis auf Schulbusse kaum noch Möglichkeiten am Tag gab. Wieder mal wie nach dem Vortag in „Saint-Brieuc“ schaute mich Nina verdutzt an, als ich Fahrkarten kaufte und sie mir Geld reichen wollte und ich dies erst einmal ablehnte und auf später verschob. Nun, wie schon oft erwähnt, es sind in Frankreich keine Unsummen wie in der Heimat. 2,- Euro, oder auch schon mal 2,50€, damit fährt man in den Regionen weit übers Land, bis tief in die Städte hinein.

Irgendwann kam an der Landstraße die für uns passende Haltestelle. Von der ging es auf Asphalt an Wald und Wiese vorbei zum nächsten Badeort. Dort, am „Plage de Brehec“ sollte es losgehen, eben in Richtung „Saint-Quay-Portieux“ zu unserem Zeltplatz. Laut Routenplaner waren zirka 16 Kilometer in einer Zeit von etwa 4 Stunden angegeben.

Bevor ich mit der weiteren Erzählung weiter mache, muss ich zu Nina folgendes bemerken und erklären. Wir kennen uns viele Jahre von daheim mit vielen gemeinsamen Spaziergängen auf vielen verschiedenen Wegen im Bergischen Land. Davon gibt es reichlich viel an Strecken mit Begleitung ihrer Hunde. Nach Erzählungen und Bildansichten fragte sie mich eines Tages nach dem Tod ihrer alten treuen Hündin Any, ob ich es mir vorstellen könnte, das sie mich auf eine der Touren in die Bretagne begleiten könnte. Zum einen als Programm ihrer Trauerbewältigung in der damaligen Zeit, und um selbst einmal Erkenntnisse des Touren im Ausland und auf Wanderstrecke zu sammeln.

Uns war beiden grundsätzlich klar,

-das sie zum ersten Mal eine Fernreise mit einem Reisebus über 20 Stunden antrat,

-das sie zum ersten Mal längere Zeit über Tage an der Küste zelten würde,

-das sie bis auf längere Spaziergänge noch keine längeren Wanderungen tätigte, wie dort mit den recht hügeligen Etappen.

Es kam viel zusammen, was sie zum ersten Mal probieren wollte, und die Anfrage nahm ich ohne zögern an, da ich ihren Willen kannte. Dementsprechend gab es auch problemlose Planungen ohne wirklich übertriebene oder ängstliche Fragen. Für mich war es wiederum ein weiteres Lehrstück nach der Mitnahme meiner Tochter, ein weiteres Mal für zwei Personen zu planen, zu organisieren und Wege so zu finden, die gemeinsam machbar sind. Gerne wollte ich meine bunte Welt teilen und jemand weiteren aus der Heimat zeigen und vorstellen, aber ich wollte es auch so gestalten, das die Person wieder zufrieden zu Hause ankommt und mich nicht zum Teufel jagt, weil alles unangenehm und zu anstrengend war.

Ausgestiegen aus dem Bus ging es noch eben in die kleine Kirche „Saint Loup“ am Wegrand hinein. Eine wahrlich schöne und kleine Stätte mit alter Steinkunst. Am Strand von „Brehec“ nutzten wir noch eben jeweils die Pinkelpause, und dann ging es hinauf per steilen Weg und Treppe, um auf den gewünschten Wanderweg zu starten. Während unter uns viele Menschen ihren Spaß am Strand hatten, sollte für uns die mühselige Wanderung beginnen. Doch wo sollte es weiter gehen nach dem Aufstieg? Rechts entlang gewiss nicht, doch geradeaus oder links? Mir waren die Zeichen nicht klar und so fragte ich mit englischen Wortbrocken eine uns entgegen kommende Frau mit Kind an der Seite. Wir merkten ihre Verunsicherung, das sie auch nicht mit den Wegdeutungen klarkam. Es dauerte, bis sie verstand, das wir nach dem Einstieg des Zöllnerpfads suchten. Was folgte, war Slapstick pur, denn als ich Nina auf Deutsch irgendetwas sagte, fing die Frau an zu lachen und entschuldigte sich leicht schwäbisch, das sie es mit ihren Deutschkenntnissen einfacher hätte zwecks antworten. Eine dort zugezogene auf dem Weg zum Strand.

Wir probierten es mit einer Richtung aus und waren auch schon auf dem richtigen Weg. Die dann zweite Bucht mit vielen felsigen Möglichkeiten zum sitzen, nutzten wir für unsere erste Rast. Ein schöner Platz, wo man auch länger hätte verbleiben können.

Der nächste Anstieg wartete schon, und dort oben angekommen konnten wir bildlich erahnen, was noch vor uns lag. Eine Bucht nach der anderen mit immer wieder ins Wasser ragende Riffs waren kilometerweit erkennbar. Dazu auf den Höhen immer wieder weites Grün vieler Sträucher und Farne. Der Weg hat uns dann auch einiges abverlangt, da es immer und immer wieder auf und abging.
Die erste große sandige Bucht kam erst nach einigen Kilometern. Es war der „Plage Bonaparte“, welcher viele Menschen anzog, die bei Ebbe den weiten Strand nutzten. WC und Pause nutzten wir dort, denn in der Mittagssonne kostete es Kraft entlang der Küste mit den höchsten Klippen weit und breit. Um die Tour interessanter und einfacher zu machen, entschied ich, das wir weiter unten blieben, um mit dem überwinden einiger felsiger Riffs zum nächsten Strand das Stück an Höhenweg einzusparen. Leider war dies eine falsche Prognose, da auf der anderen Seite das Wasser noch zu hoch war. Wir mussten leider bis zum Wegaufstieg wieder umkehren.
Ganz nebenbei bemerkt, wir befanden uns auf dem höchsten Weg entlang der Bretonischen Küste. Dieser Weg bei Plouha ist einzigartig und geprägt von vielen Aufs und Ab. Leider verpassten wir den kleinen Port Gwin Zegal. Dieser ist berühmt für die kleine runde Bucht und den tief im Boden gerammten Holzpfähle, woran Boote befestigt werden können.

Für mich als gewohnter Wanderer auf solchen Strecken war es einfacher wegzustecken als für meine Begleiterin. Sie war es nicht gewohnt, wollte aber immer jegliches Tempo mithalten, was sich dann auch im Verbrauch des Trinkwassers auswirkte. Meine Dosierung war knapper und sparsamer, da ich auf Strecke meist viel für den Schluss aufbewahre, falls es unterwegs keine Möglichkeiten zum auffüllen gibt. Zwar erkannte ich im Routenplaner eine weitere Bucht mit Gastronomie, aber überrascht wurden wir noch einmal, als es für eine weitere Strecke noch einmal tief landeinwärts ging, und wo dieser Verlauf gegenüberliegend noch einmal steigend bewältigt werden musste. Natürlich entstand unterwegs auch ein wenig Kopfkino, da ich immer wieder beruhigend einwirken musste, was noch an Weg bevorstand. Bin ich allein unterwegs mit unübersehbaren Handicaps, kann ich mich mit all meinen erlebten Erfahrungen beruhigen und Geduld ausüben. Im Duo mit einer weiteren Person, für die es ungewohnt und heftig bezüglich der Hitze und des nachlassenden Proviant werden könnte, ist es schon eine andere Aufgabe bezüglich der Verantwortung. Zumal ich bei der Heimkehr lieber mehr Lob als Kritik erwarten wollte.

Es kam nach langer Strecke eine sehr steile und schmale Treppe, wo es in der dortigen breiten Bucht voller Menschen war. An beiden Bars gab es leider nichts warmes mehr zu essen, es war schon früher Nachmittag. Die Hauptküche war jeweils geschlossen, was blieb waren die einfachen Dinge wie Süßspeisen, Crepes und Gallets. Es war zwar nicht wirklich sättigend, aber hilfreich waren die vielen Getränke, die uns zur Verfügung standen. Als wir wieder aufbrachen war uns klar, das wir noch einmal Gas geben mussten, um wenigstens noch nach der Heimkehr am Campingplatz das Zeitfenster offen zu haben, wenigstens die übrig bleibende Nahrung, sprich goldbraun gebrannte Pommes zu bekommen. Bis auf unseren Frühstücksproviant hatten wir nicht weiter vorgesorgt, da wir eigentlich eine Mahlzeit  unterwegs einnehmen wollten.

Noch einmal fanden wir wie zum Anfang nicht die richtige Wegweisung, weswegen wir zusätzlich wegen des Verlaufen viele Schritte entlang einer Hauptstraße gehen mussten, und so dann auf 23 Kilometer Wegstrecke kamen. Zumindest zum Schluss kamen wir wieder auf den gewohnten Pfad und neben dem Platz mit unseren Zelten heraus. Fix und Foxi schlichen wir zum Eingang und rissen gierig in der Rezeption den Kühlschrank auf, um uns neben der ergatterten Pommes mit eiskalten grünen Dosen, sprich Heinecken-Bier, einzudecken.

Nach diesem Kraftakt an Wandertag bei üppiger Hitze entschlossen wir einen Break zu machen, und aufgrund der schönen Lage des Campingplatz „Camping Bellevue“ dort die weiteren zwei Tage zu bleiben. Was dann anlag, waren kurze Trips um „Saint-Quay-Portrieux“ und eine Tagestour nach „Paimpol“. Tatsächlich für mich auch einmal Zeiten mit Strandfeeling. Nina schaffte es tatsächlich, das ich bei aufkommender Flut zum zweiten Mal auf meiner gesamten Tour mit ganzen Körper ins Wasser zum schwimmen ging. Diese schmale enge felsige Bucht unterhalb des Camping-Platz lief in der Flutphase so hoch an, das kein klettern über große Steine nötig war. Mit ihrem blauen Sportanzug gab es immer wieder Anfeuerung, bis ich endlich im Wasser war und einige Meter schwamm.

Die coole Stimmung setzte sich in den kommenden Tagen weiter fort. Nach einer kurzen Tour lernten wir auf dem Zeltplatz viele weitere nette Menschen kennen, wie Jürgen aus Mainz und Osamb...aus Paris. Jürgen war mit dem Fahrrad unterwegs, auf dem dafür eigens präparierten Fernradweg, später wohl weiter bis nach Portugal. Der junge Mann wanderte durchs Land und auf einmal war hier und da Leben und gute Stimmung auf unserer Campingetage, wo Jürgen zwischendurch auch einmal seine kleine Trompete für eine musikalische Darbietung herausholte. Und es kam dazu, das ich zum ersten Mal in meinem Leben bei anhaltender Hitze hörte, wie Kiefernzapfen bis in den späten Abend laut knallten, da sich deren Körper von der täglichen Hitze ausdehnten und damit rissen.

Ja, wir hatten einen Traumplatz gefunden, der bezüglich Schönheit, Lage und Besitzer mit ganz oben auf meiner gesamten bisherigen Tour steht.

Es war ein magischer Ort, der später bei einer weiteren Tour noch einmal eine Rolle spielen sollte.

Auf der Rückfahrt erlebten wir, beziehungsweise ich zum ersten Mal, das es mit der französischen Bahn Probleme gab. Nicht wegen deren Schuld, höhere Gewalt war ausschlaggebend. Da es vor „Rennes“ an der Zugstrecke brannte, musste unser Zug des Anbieters „BreizGo“ an einem kleinen Ort stehen bleiben, wo wir erst nach Stunden mit Verzögerung und in der Hitze wartend mit Ersatzbussen in „Rennes“ ankamen. Somit war der gebuchte Fernbus nach „Paris“ schon weg, und es musste eine Alternative her, um noch rechtzeitig am Abend in „Paris“ anzukommen, da es dort mit dem Reisebus nach „Köln“ weitergehen sollte. Es gab nur eine Möglichkeit. Und die war teuer, aber schnell. Es gab tatsächlich noch zwei restliche Tickets für den TGV, dem französischen Schnellzug nach „Paris“. Premiere für mich, um in schnellen zweieinhalb Stunden die Strecke zu fahren. So schnell sah ich noch nie aus dem Fenster Getreidefelder an mir vorbei huschen. Es war eine beeindruckende Zugfahrt bezüglich des Fahrkomforts. Für Unwissende, in der Regel sind diese Fahrten recht teuer, es sei denn, man plant im Voraus und findet wenige aber ähnliche Fahrten schon mal zwischen 15-50 Euro. Fahrten mit dem TGV INOUI oder OUIGO gehören zu den beliebtesten Reisearten durchs Land, weil meist zuverlässig und pünktlich.

In „Paris“ in „Monparnasse“ angekommen, hatten wir noch einmal einen filmreifen Auftritt, der bildlich leider nicht festgehalten wurde. Nach dem Zeitvergleich mussten wir unbedingt eine der nächsten U-Bahn Verbindungen nach „Bercy“ bekommen. Ein für uns fremdes Bahnhofsgebäude wo wir ohne Frage drei Etagen tiefer gehen mussten. Mit schnellen Schritten kamen wir Fremdlinge zum Schalter und uns war bei den vielen Angeboten an U-Bahnen nicht klar, welche wir nun nutzen mussten. Nach einem Tipp vor Ort und lösen der Fahrkarte (2,50€) mussten wir durch Schleusen zum Bahnsteig gehen. Wir kamen mit einfachen durchgehen der Schleusen am U-Bahnbahnhof nicht direkt durch. Unser Gepäck war zu breit, ich zwängte mich mit Gewalt durch, Nina musste zurück, da sie ein Sicherheitsbeamter mit viel murren dann durch eine alternative Tür führte. Wir erreichten gerade noch die U-Bahn, mit der es durch halb Paris ging. Die passende Station in „Bercy“, wo wir aussteigen mussten war mir noch unbekannt. Es war eng, die Bahn war voll. Das Schwitzwasser lief nur so im Gesicht und Körper herunter. Wir hielten uns bei der schnellen Fahrt an einer Haltestange fest, und bei jedem drehen mit unseren breiten Rucksäcken samt Isomatte und Zelt stießen wir an anderen Personen an. Endlich, ich erkannte die Seine-Brücke und zum Glück erwischten wir den richtigen Bahnhof und waren pünktlich in „Bercy“ am Busbahnhof, wo dann zeitlich gerade noch ein paar Minuten mit Pause möglich war.

Bewegende Tage einer mal ganz anderen Tour entlang des GR34 waren damit vorbei, und ja, den gedanklichen Stempel an Zufriedenheit wegen der Tour, Planung und Erlebnissen bekam ich dann auch noch.




Wie sonst auch, Start in Leverkusen am Bussteig des Flixbus




Auch das Frühstück, wie gehabt nach der Ankunft in Paris im Parc de Bercy


Bei der Ankunft in Rennes lustige Mitfahrer am Bord



                   
                         Michael Jackson, oder doch meine Begleiterin?



Willkommen in der bretonischen Landeshauptstadt


Man grübelt bezüglich der fremden Welt.



Traum Blick vom Campingplatz Bellevue in Saint-Quay-Portrieux







Plage Bonarparte


Port Gwin Zegal





                                        
                                     
                                          Blick auf dem Campingplatz Bellevue
      
I'le de la Comtesse











Paimpol

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