Freitag, 27. Dezember 2024

Anreise nach L'Arcouest

 

Ankunft 0923 in L'Arcouest bei Paimpol

(weitere Bilder folgen) 

Etwas ganz neues an Küste erwartete mich nun beim letzten Besuch des Jahres bei „Paimpol“. Nach nun zwei Touren mit Begleitung ging es noch einmal zum bretonischen Fernwanderweg, um kraftvoll jeglichen zur Verfügung stehenden Wandertag auszunutzen. Viele Kilometer und ganz andere Formen der Küstengestaltung, worauf ich mich wegen der nun kommenden Abwechslung sehr freute. Da es für das nächste und folgende Jahr den Plan gab, das mich Thomas begleiten wollte, entschied ich die nun felsenreiche und eher flache Strecke vorzuziehen. Es fehlten noch drei Etappen zwischen „Saint-Brieuc“ und „Paimpol“, da ich diese in Begleitung von Nina noch ausließ. Und da es in den damals vergangenen Monaten viele Strecken über fast immer grüne hohe Riffs gingen, brauchte ich Abwechslung. Dementsprechend schob ich die fehlenden Etappen ins nachfolgende Jahr und stellte mich darauf ein, von „L’Arcoust“ bei „Paimpol“ zu starten.

Zwar war ich im Vorfeld neugierig, und erkundete vorher die eventuellen Etappen zwecks Infos im Internet, doch so richtig konnte ich den landschaftlichen Unterschied erst am Abend bei meiner Ankunft erfassen.

Vorerst zum letzten Mal nahm ich den Fernbus von „Paris“ nach „Saint-Brieuc“. Der dann nötige Linienbus von „Saint-Brieuc“ nach „Paimpol“ fuhr am späten Nachmittag. Und wieder einmal gab es Wehmut bezüglich meiner Erinnerungen von der Zeit, wo ich Ende Mai wegen vieler Tourtage in „Saint-Brieuc“ verweilte, und wo es zu einem späteren Zeitpunkt von dort mit Begleitung nach „Saint-Quay-Portrieux“ ging. Der Linienbus, der zum Bahnhof in „Paimpol“ fuhr, war dann auch mit veränderter Liniennummer das Fahrzeug, was mich einige Stationen weiter zum nun nördlichen Küstenpunkt brachte. Es war kurz vor „L’Arcouest“, von wo es per Fähre zur „I`le de Brehat“ ging.

Der Platz selbst war noch gut gefüllt mit vielen Campingurlaubern, und ich stand auf einem Berg direkt am Rand. Ich konnte nur mit der Zunge schnalzen, als mich die Pächterin dorthin führte. Ein weiter Blick aufs Meer und zum ersten Mal sah ich in der Ferne an der bretonischen Küste eine große Insel mit vielen kleinen Vorinseln. Es fuhr noch eine letzte Fähre, die zum frühen Abend Inselgäste zum Festland zurück brachte.

Ich hatte für den Start nur ein Minimum an Proviant mit. Das bei Ankunft schon gewohnt gekaufte Baguette samt der heimischen Dauerwurst und Käse. So nutzte ich nach meinen Zeltaufbau und der üblichen Orientierungsrunde den kurzen Gang zum Eingangsbereich, wo zwei Händler mit Getränken und warmen Speisen wie Pizza, Huhn und Kartoffeln standen.

Trotz des guten und einladenden Dufts, ich hielt mich vorerst zurück und bestellte mir lediglich eine Schale mit kleinen Kartoffeln und einen kleinen Wein. Die dortigen Hähnchengrills haben unten eine extra gefertigte Schale, wo in gut riechender Kräutersauce die kleinen Kartoffeln zusätzlich garen können. Damit ging ich zu einem aussichtsreichen Platz, den ich beim auskundschaften der Umgebung nach meiner Ankunft schon entdeckte. Ich ging durch zwei schmale Gassen, in denen wenige alte Granithäuser samt Mauern standen, weiter zu einem kleinen Wald, wo wohl an dort höchster Stelle sehr alte Zedern standen. Allein dieser kurze Weg mit seinen Abendgeruch des Harzes der Bäume war schon beeindruckend. Doch was dann folgte, war noch schöner, noch unbeschreiblicher, als das was ich bislang auf meinen Touren gesehen hatte.
Man stelle sich vor, das rechts von meinem Campingplatz über viele, viele Kilometer bis zur „Cote de Emmeraude“ und „Cote de Amor“ hohe und meist grüne Höhenwege zu erleben waren, und einem hier an dieser Stelle die gesamte nun zu sehende Welt wie auf Knopfdruck total anders vorkam. 
Ich schaute abgesehen von der „I’le de Brehat“ nach Westen auf das Meer, wo zahlreiche kleine und große Inseln zu sehen waren. Bis hin zum dort sichtbaren Sonnenuntergang ein in vielen Kurven verlaufender Küstenbereich samt seinen zahlreichen Granitsteinen. Diese vielen dort zu sehenden Kilometer sollten in den damals folgenden Wandertagen ein ganz anderes Bild des bisher gesehenen Grand Randonee, dem Küstenweg, abgeben.

Neben einem jungen Paar, welches mit einem kleinen Picknick ebenfalls an der Mauer saß, hatte ich es mir gemütlich gemacht. Zum essen, zum trinken und ja, und zum staunen. Die Blicke gingen mal nach rechts zur großen bewohnten Insel, die Blicke gingen nach links um die dauernde Veränderungen der Farben des Abendhimmels zu verfolgen. Phantasie kam auf, denn ich dachte an die bisherigen hohen und tiefen Gezeiten, die ich bisher sah, und mir dann vorstellte, wie viel an Granitinseln hervor scheinen könnten, wenn sich das Wasser bei Ebbe in Richtung Meer zurück ziehen würde.



Rennes, die Landeshauptstadt



Ankunft L'Arcouest mit Blick auf I'le de Brehat



Weiter Blick auf die zu begehende Strecke


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