Eine neue Camping Erfahrung auf einem etwas anders gestalteten Platz.
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| Zeltabbau & Frühstück |
Im
nach hinein bekomme ich jetzt noch einmal Gänsehaut, wenn ich
darüber nachdenke und mir die Situation noch einmal vorstelle. Bunt
die Wellen und die Boote, und wie eine sachte Hymne das klirren der
Metallketten, wie angedeutet befestigt im Wasser. Ein Ort, wo ich
weiß, dass ich später noch einmal sein möchte, um dies etwas
länger zu genießen. Eine Chance dafür gab es schon. Ich war so
nahe dran. Unterwegs mit Julia, meiner Tochter, beging ich den Weg bis
kurz hinter Dinard noch einmal. Ich war gierig diesen Platz, diese
Strände noch einmal entlang zu gehen, ja, und um einen nahen
Menschen das Beschriebene zu zeigen. Leider mussten wir abbrechen und
ein Stück vorher in Richtung Landstraße gehen, da uns die fast 40°
sehr zu schaffen machten. Die Abkürzung nach Lancieux, dem Tagesziel
war nötig, da der Rest mit dem Linienbus gefahren werden musste.
In
der Mittagssonne saß ich angekommen am Kai um Pause zu machen, dazu
der glitzernde Kies vor meinen Füßen, und der schon beschriebene
Klang der Ketten und Winde an den Booten. Eine steile Treppe führte
zum Pointe-du-Décollé. Einem Aussichtspunkt mit einem großen
Betonkreuz. Wieder einmal ein weiter Blick, und schon ein Stück
weiter, um das Cap Frehel in der Ferne zu sehen.
Ich
merkte zunehmend, das der Strandsand kein bisschen mit bisher von mir
gesehenen vergleichbar war. Je nach Sonnenschein, Belichtung und
ablaufenden Wasser stellte ich fest, dass es eine Farbmischung aus
braun-beige und golden war. Ja, ich war hier verdammt nochmal auf
goldenen Sand unterwegs. Ich, der nun heilige Strandläufer mit
ausgeprägter Phantasie in der heißen Sonne.
Aber
ernsthaft, dem Thema später nachgegangen, stellte sich heraus, das
durch die immer wieder heftigen Reibungen des Wassers an den
Granitfelsen feine Staubteilchen den Sand veränderten.
Kein
Stück langweilig war diese Tagestour, ich umrundete irgendwann den
Plage du Perron und hatte Sichtweite zum Yachthafen von Saint Briac sur Mer.
Eine Wasser- und Trinkpause nutzte ich um einen naheliegenden
Zeltplatz zu finden, der dann in Lancieux sein sollte. Das Wasser war
mittlerweile weg, die Boote lagen wie auf einem Bootsfriedhof
friedlich im Sand. Viele Franzosen tummelten sich nun dazwischen mit
Eimer und Schippe um traditionell Muscheln für ihr Abendessen zu sammeln.
Ich für meinen Teil stellte fest, das ich hier im Hafenbecken im
Sand weiter gehen konnte, warum sollte ich einen Umweg entlang der
Straße gehen?
So
hatte ich bildlich noch nie irgendwo Meer samt Booten erlebt, dazu
die vielen kleinen Inseln einige Kilometer weiter draußen auf See.
An
einer betonierten Bootsabfahrt nutzte ich eine kurze Mauer, wo ich
mich von netten Franzosen fotografieren ließ. Allein unterwegs
bekommt man halt selten Bilder mit sich hin.
Ich betrat die Straßen von Lancieux, diesem kleinen beschaulichen
Ort mit einem Lebensmittelgeschäft, einigen Gastronomien, einem
Kunsthändler, und vielen Ferienhäusern. Feine kleine und alte
französische Baustile, die mit den schon südländisch anmutenden
Pflanzen und Bäumen schönen optischen Flair hergaben.
Dort
betrat ich einen Camping-Platz, der, weil ich gute Erinnerungen daran
haben sollte, später noch einmal mit Julia besucht wurde.
Coole
Besitzer, die menschlich angenehm wirkten. Freundlich, zuvorkommend,
und immer für eine Antwort oder Hilfeleistung bereit. Gepflegte
sanitäre Anlagen, und zufriedene weitere Camper. Auch hier war es
Programm, das in der Zeit zwischen Juli und September an einem jeden
Nachmittag ein Wagen mit Köstlichkeiten stand. Abwechselnd gab es
unterschiedliche Händler mit den Angeboten Pizza, Crepes oder
Salate. Für mich als alleiniger Zeltplatznutzer lag der Preis wieder
recht günstig, nämlich bei 7,- €. Dazu 10 Minuten bis zum
Sandstrand, 10 Minuten bergauf zur Hauptstraße, wo der kleine
Lebensmittelhändler war, dazu für mich ganz wichtig naheliegend das
Office de Tourisme und die naheliegende Busstation.
Ich
fühlte mich von Anfang an sehr wohl dort, so dass ich mich dazu
entschloss, meine restlichen drei Wandertage bis zum Cap Frehel von
hier aus zu starten. So ersparte ich mir den dauernden Umzug und das
ewig schwere Tragen meines Rucksacks. Und das ist recht befreiend,
wenn man an aufeinander folgenden Tagen Strecken von 15 bis 25
Kilometer zu gehen hat. Hier an diesen Ort hatte ich alles.
Freundliche Gastgeber, Lebensmittel, den Strand zum abendlichen
ausruhen, und natürlich die Bushaltestelle.
Zum
Busverkehr sei gesagt, das es eiserne Disziplin bedarf, den auch als Schulbus deklarierten Bus pünktlich zu erreichen. Denn ob morgens, mittags oder abends gibt es keine zusätzlichen Fahrten. Hat man eine
dieser Fahrtmöglichkeiten verpasst, ist der Plan der Tour, oder gar
das abendliche zurückkommen nicht möglich. Das heißt, man muss ein
Taxi wählen, oder gar eine Übernachtung am anderen Ort. Dazu war es wieder sehr hilfreich, dass der Linienverkehr von zirka 30 Kilometer
nicht mehr als 2,50€ kostete.
Am
Abend fand ich ein schönes Bistro unterhalb der Hauptstraße, wo ich
eine Kleinigkeit essen konnte. Ich saß mit meinem kalten Bier
draußen, ja, und mir gegenüber an den verschiedenen Tischen die
heimischen Bretonen, die bei Aperitif, Wein oder Bier ihre
Tagesgeschichten erzählten. Mal ernst, oder fast singend und
lachend.
Waren das schöne Momente, auch wenn ich rein gar nichts verstand. Es war dieses Feeling, das Kneipengeflüster auf bretonisch oder auch französisch.
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| Die Bucht von Saint-Lunaire |
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| Saint-Briac-Sur-Mer |









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